____ _ _ _ _
| _ \ ___ | |_ (_) _ __ ___ __| | (_) __ _
| |_) | / _ \ | __| | | | '_ \ / _ \ / _| | | | / _ |
| _ < | __/ | |_ | | | |_) | | __/ | (_| | | | | (_| |
|_| \_\ \___| \__| |_| | .__/ \___| \__,_| |_| \__,_|
|_|
- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b
ÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻ
Rassismus
ââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââ
top
Rassismus oder Rassenideologie ist ein Komplex von Praktiken, Einstellungen und Strukturen, durch den Menschen aufgrund Ă€uĂerlicher Merkmale oder negativer Fremdzuschreibungen, die ĂŒbertrieben, naturalisiert oder stereotypisiert werden, als âRasseâ, âVolkâ oder âEthnieâ kategorisiert und systematisch ausgegrenzt werden. Rassismus funktioniert sowohl ĂŒber individuelle Vorurteile als auch ĂŒber institutionelle und strukturelle Mechanismen der Diskriminierung.
Der Begriff Rassismus entstand zu Beginn des 20. Jahrhunderts in der kritischen Auseinandersetzung mit politischen Konzepten, die auf Rassenideologien basierten. Bis ins 20. Jahrhundert wurden vor allem aufgrund biologischer Merkmale wie Hautfarbe oder Körperformen angebliche âMenschenrassenâ in heute obsoleten Rassentheorien konstruiert und damit Sklaverei, Assimilationspolitik, Ethno- oder Genozid gerechtfertigt. WĂ€hrend historisch biologische Merkmale im Vordergrund standen, operiert Rassismus heute verstĂ€rkt ĂŒber kulturelle, religiöse oder nationale Zuschreibungen (Rassismus ohne Rassen, Kulturrassismus).
Biologisch lĂ€sst sich eine Unterteilung der rezenten Art Homo sapiens in âRassenâ beziehungsweise Unterarten nicht rechtfertigen. Zur Untersuchung bestimmter geographisch voneinander abweichender Merkmale des Menschen werden in der Humanbiologie stattdessen einzelne Populationen abgegrenzt, die nur auf das untersuchte Merkmal bezogen sind. Auch wenn daraus Erkenntnisse ĂŒber die Abstammungsgeschichte des Menschen gewonnen werden, sind sie weder fĂŒr taxonomische Zwecke geeignet noch belegen sie die biosystematische Unterteilung des Menschen in Untergruppen.
rRassisten und Rassenideologen betrachten Menschen, die ihren eigenen Merkmalen möglichst Ă€hnlich sind, meist als höherwertig, wĂ€hrend alle anderen als geringerwertig betrachtet werden (Chauvinismus). Dieser hierarchischen Herabsetzung geht eine oft penible Zuordnung von Menschen zu Gruppen voraus, wobei Misch- und MehrfachidentitĂ€ten sowie GruppenĂŒbertritte als schwerwiegende ProblemfĂ€lle begriffen werden. Oft möchten Rassenideologen einen Verkehr der Gruppen untereinander erschweren (Segregation) und dabei insbesondere die Vermischung durch familiĂ€re Verbindungen verhindern.
Rassismus zielt nicht auf subjektiv wahrgenommene Eigenschaften einer Gruppe, sondern stellt deren Gleichrangigkeit und im Extremfall deren Existenzberechtigung in Frage. Rassistische Diskriminierung versucht typischerweise, auf projizierte genetische und davon abgeleitete persönliche Unterschiede zu verweisen. Rassismus dient zur Legitimation von MachtausĂŒbung und HerrschaftsverhĂ€ltnissen sowie zur Mobilisierung von Menschen fĂŒr politische Ziele.cite-ref-1[1] Durch rassistische Hierarchien soll der Zugang zu Ressourcen, Orten und gesellschaftlichen Positionen kontrolliert werden.
Rassismus manifestiert sich auf verschiedenen Ebenen: von alltĂ€glichen Vorurteilen und Mikroaggressionen ĂŒber institutionelle Diskriminierung in Bildung, Justiz oder Arbeitsmarkt bis hin zu struktureller Benachteiligung in gesellschaftlichen Systemen. Die Folgen reichen von ungleichen Chancen ĂŒber Rassentrennung und Pogrome bis zu sogenannten âethnischen SĂ€uberungenâ und Völkermord.
Seit der Ăchtung von Rassismus durch die Vereinten Nationen nach dem Zweiten Weltkrieg unternimmt die sog. Neue Rechte die strategische Wiederbelebung diskriminierender Grundkonzepte im Rahmen eines Kulturrassismus (siehe Ethnopluralismus).cite-ref-2[2] Auf diese Weise können beispielsweise rigide Grenzpolitiken gerechtfertigt oder FlĂŒchtlinge diskriminiert werden.
Das Internationale Ăbereinkommen zur Beseitigung jeder Form von Rassendiskriminierung unterscheidet nicht zwischen rassistischer und ethnischer Diskriminierung.cite-ref-3[3] UnabhĂ€ngig von Herkunft oder NationalitĂ€t kann jeder Mensch von Rassismus betroffen sein. Ein erweiterter Rassismusbegriff kann auch eine Vielzahl anderer Kategorien einbeziehen. Der Begriff des Rassismus ĂŒberlappt mit dem der Fremdenfeindlichkeit, wird in den Sozialwissenschaften jedoch differenziert verwendet.
Contents
âą Allgemeines
âą Begriff
âą Altertum
âą Mittelalter
âą Imperialismus
âą Ausstellungen
âą Siehe auch
âą Literatur
⹠AufsÀtze
âą Interview
âą Dokumentarfilme
âą Weblinks
âą Europarat
âą Deutschland
âą Ăsterreich
âą Schweiz
âą Liechtenstein
ââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââ
Allgemeines
Rassismus ist eine Form gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit.cite-ref-4[4] Im strengen Sinne des Wortes versucht er, soziale PhĂ€nomene anhand pseudowissenschaftlicher AnalogieschlĂŒsse aus der Biologie zu erklĂ€ren. Als Reaktion auf die egalitĂ€ren UniversalitĂ€tsansprĂŒche der AufklĂ€rung versucht er eine scheinbar unantastbare Rechtfertigung sozialer Ungleichheit durch den Bezug auf naturwissenschaftliche Erkenntnisse. Kultur, sozialer Status, Begabung und Charakter, Verhalten etc. gelten als durch die erbbiologische Ausstattung determiniert. Eine vermeintlich natur- oder gottgegebene, hierarchisch-autoritĂ€re Herrschaftsordnung und die daraus gefolgerten HandlungszwĂ€nge dienen der Rechtfertigung von Diskriminierung, Ausgrenzung, UnterdrĂŒckung, Verfolgung oder Vernichtung von Individuen und Gruppen â sowohl auf individueller als auch auf institutioneller Ebene. Unterschiede in Hautfarbe, Sprache, Religion und Kultur stabilisieren die Abgrenzung zwischen den verschiedenen Gruppen und sollen die Vorrangstellung des Eigenen vor dem Fremden sichern. Der zivilisatorische Fortschritt der Moderne wird als dekadente, einer natĂŒrlichen Ungleichheit der Menschen widersprechende Verfallsgeschichte interpretiert.cite-ref-ldp497-5-0[5]
Der Historiker Imanuel Geiss sieht in den historischen Grundlagen des indischen Kastenwesens die âĂ€lteste Form quasi-rassistischer Strukturenâ.cite-ref-geiss-6-0[6] Laut Geiss nahmen sie ihren Anfang spĂ€testens mit der Eroberung Nordindiens durch die Arier gegen 1500 v. Chr.; âHellhĂ€utige Eroberer pressten unterworfene DunkelhĂ€utige als âSklavenâ in die Apartheid einer Rassen-Kasten-Gesellschaft, die sich auf Dauer in der ursprĂŒnglichen Form nicht halten lieĂ, aber zur extremen Fragmentierung und Abschottung der Kasten als unĂŒbersteigbare Lebens-, Berufs-, Wohn-, Essens- und Ehegemeinschaften fĂŒhrteâ (ebenda).cite-ref-geiss-6-1[6] Im antiken Griechenland wurden die Barbaren zwar nicht als ârassisch minderwertigâ, sondern ânurâ als kulturell bzw. zivilisatorisch ZurĂŒckgebliebene betrachtet,cite-ref-7[7] aber auch hier sprechen einige Historiker von prototypischem oder auch âProto-Rassismusâ.
Der âmoderneâ Rassismus entstand im 14. und 15. Jahrhundert und wurde ursprĂŒnglich eher religiös begrĂŒndet (Fredrickson, S. 14).cite-ref-fredrickson-8-0[8] Ab 1492, nach der Reconquista, der RĂŒckeroberung Andalusiens durch die Spanier, wurden Juden und Muslime als âfremde Eindringlingeâ oder schlicht als âmarranosâ (Schweine) verfolgt und aus Spanien vertrieben. Zwar existierte die formale Möglichkeit der (mehr oder weniger freiwilligen) Taufe, um Vertreibung oder Tod zu entrinnen, jedoch wurde angenommen bzw. unterstellt, dass die Conversos (konvertierte Juden) oder Moriscos (konvertierte Mauren) weiterhin heimlich ihren Glauben ausĂŒbten,cite-ref-9[9] wodurch den Konvertiten faktisch die Möglichkeit genommen wurde, vollwertige Mitglieder der Gesellschaft zu werden. Das âJĂŒdischeâ oder das âIslamischeâ, aber auch das âChristlicheâ, wurde zum inneren Wesen, zur âEssenzâ des Menschen erklĂ€rt und die Religionszugehörigkeit so zur unĂŒberwindlichen Schranke. Die Vorstellung, die Taufe oder Konversion reiche nicht, um den Makel zu tilgen, essentialisiert oder naturalisiert die Religion und gilt vielen Historikern daher als Geburt des modernen Rassismus. Die Vorstellung, ein Jude oder Moslem behielte auch dann sein jĂŒdisches oder muslimisches âWesenâ, wenn er seine Religion geĂ€ndert hat â es liege ihm gewissermaĂen im Blute â, ist im Kern rassistisch. âDie alte europĂ€ische Ăberzeugung, dass Kinder dasselbe âBlutâ haben wie ihre Eltern, war eher eine Metapher und ein Mythos als ein empirischer wissenschaftlicher Befund, aber sie sanktionierte eine Art genealogischen Determinismus, der in Rassismus umschlĂ€gt, wenn er auf ganze ethnische Gruppen angewandt wirdâ (Fredrickson, S. 15).cite-ref-fredrickson-8-1[8] Die Estatutos de limpieza de sangre (âStatuten von der Reinheit des Blutesâ), erstmals niedergelegt 1449 fĂŒr den Rat der Stadt Toledo, werden in historischen Ăberblicksdarstellungen als VorlĂ€ufer der NĂŒrnberger Rassegesetze wahrgenommen. Der Historiker Max SebastiĂĄn Hering Torres weist in seiner Darstellung der entsprechenden Verordnungen darauf hin, dass der rassistische Ansatz der Limpieza auĂer Frage steht und Elemente dieses Konzepts an Passagen der NĂŒrnberger Rassegesetze erinnern, dass aber das dort formulierte Blutreinheitskonzept den Nationalsozialisten unbekannt war. Die eigene QualitĂ€t der NS-Rassengesetze lasse eine lineare Interpretation vom vormodernen Antijudaismus bis hin zum NS-Antisemitismus und Holocaust von Millionen Juden in Konzentrationslagern nicht zu.cite-ref-10[10]cite-ref-11[11]cite-ref-12[12] Die rassistische Doktrin von der âReinheit des Blutesâ stigmatisierte eine ganze ethnische Gruppe aufgrund von Kriterien, an denen die Betroffenen weder durch Bekehrung noch durch Assimilation etwas Ă€ndern konnten.cite-ref-13[13]
Aus der christlichen Glaubensgemeinschaft, der eigentlich jeder angehört, der durch die Taufe zu einem Teil der Gemeinschaft geworden ist, war eine Abstammungsgemeinschaft, ein RassenĂ€quivalent, geworden â ein Vorgang, in dem sich fast 500 Jahre vor dem Nationalsozialismus das rassistische Ideologem vom âVolkskörperâ mit den damit einhergehenden Vorstellungen, beispielsweise von der âUnreinheit des jĂŒdischen Blutesâ, ankĂŒndigt.
Dieser mittelalterliche Rassismus blieb jedoch zunĂ€chst eingebunden in den Zusammenhang mythischer und religiöser Vorstellungen, es fehlte der Bezug auf eine naturwissenschaftlich begrĂŒndete Biologie. Erst als religiöse Gewissheiten in Frage gestellt und die Trennung zwischen Körper und Seele zugunsten eines materialistisch-naturwissenschaftlichen Weltbildes aufgehoben wurden, waren die geistesgeschichtlichen Voraussetzungen fĂŒr einen Rassismus neuzeitlicher PrĂ€gung gegeben.cite-ref-14[14] âDer Rassismus konnte sich in dem MaĂe zu einer komplexen Bewusstseinsform entwickeln, wie sich rassistische Bewusstseinselemente aus den theologischen Bindungen des Mittelalters âemanzipierenâ konnten.âcite-ref-15[15] Pseudowissenschaftliche Rassentheorien sind gewissermaĂen ein âAbfallprodukt der AufklĂ€rungâ,cite-ref-16[16] deren scheinbar naturwissenschaftliche Argumentation auch und gerade von groĂen AufklĂ€rern rezipiert wurde. âMit ihrem leidenschaftlichen, manchmal an Fanatismus grenzenden Bestreben, die Welt âlogischâ zu ordnen, mit ihrer Manie, alles zu klassifizieren, haben die Philosophen und Gelehrten der AufklĂ€rung dazu beigetragen, jahrhundertealten rassistischen Vorstellungen eine ideologische KohĂ€renz zu geben, die sie fĂŒr jeden anziehend machte, der zu abstraktem Denken neigte.âcite-ref-17[17]
So schrieb Voltaire 1755: âDie Rasse der Neger ist eine von der unsrigen völlig verschiedene Menschenart, wie die der Spaniels sich von der der Windhunde unterscheidet [âŠ] Man kann sagen, dass ihre Intelligenz nicht einfach anders geartet ist als die unsrige, sie ist ihr weit unterlegen.âcite-ref-18[18]cite-ref-19[19] UrsprĂŒnglich metaphysisch und religiös begrĂŒndet, erhielt der Rassismus durch die AufklĂ€rung ein weiteres, ein sĂ€kulares Fundament.
Teilte 1666 der Leydener Professor Georgius Hornius die Menschheit in Japhetiten (WeiĂe), Semiten (Gelbe) und Hamiten (Schwarze), weil er gemÀà der biblischen Ăberlieferung glaubte, die gesamte Menschheit stamme von den drei Söhnen Noachs, Japhet, Sem und Ham ab, so stellte keine 20 Jahre spĂ€ter, 1684, der französische Gelehrte François Bernier eine Rassensystematik vor, in der er die Menschen anhand Ă€uĂerer Merkmale wie Hautfarbe, Statur und Gesichtsform in vier bis fĂŒnf ungleich entwickelte Rassen kategorisierte. Lastete auf den Schwarzen zuvor der Fluch des Hamcite-ref-20[20] und auf den Juden die kollektive âSchuld des Gottesmordesâ, so wurden nun »wissenschaftliche« GrĂŒnde angefĂŒhrt, die deren ârassischeâ Andersartigkeit oder Minderwertigkeit beweisen sollten.
Naturforscher wie Carl von LinnĂ©, Georges-Louis Leclerc de Buffon, Johann Friedrich Blumenbach, Immanuel Kant und viele andere katalogisierten und klassifizierten Tier- und Pflanzenreich, aber auch die damals bekannte Menschheit und schufen so die Grundlagen der âNaturgeschichte des Menschenâ, der Anthropologie. Doch war deren Arbeit von Anfang an durch ĂŒberlieferte Mythen und Vorurteile belastet. Besonders die von der mittelalterlichen Theologie ĂŒberlieferte und in die sĂ€kulare neuzeitliche Wissenschaft ĂŒbernommene Scala Naturae, die »Stufenleiter der Wesen«, spielte dabei eine gewichtige Rolle. Diese Vorstellung ordnete allem Leben einen festen Platz in einer Hierarchie »niederer« und »höherer« Wesen zu. Sie trug einerseits zur Bildung von Theorien ĂŒber Evolution und Höherentwicklung bei, fĂŒhrte jedoch andererseits, ĂŒbertragen auf den Menschen, zur Unterscheidung Ă€lterer und jĂŒngerer »Rassenschichten«, die mit »primitiv« und »fortschrittlich« gleichgesetzt wurden.cite-ref-21[21] So wurde die Gattung Homo 1758 von Carl von LinnĂ© in der 10. Auflage von Systema NaturĂŠ eingefĂŒhrt.cite-ref-22[22] Schon zuvor hatte er vier rĂ€umlich getrennt lebende Varianten des anatomisch modernen Menschen anhand ihrer Hautfarbe unterschieden, nun aber erweiterte er die Charakterisierung dieser vier geografischen VarietĂ€ten des Menschen um die Merkmale Temperament und Körperhaltung: Die EuropĂ€er unterschieden sich ihm zufolge von den anderen menschlichen VarietĂ€ten durch die Merkmale weiĂ, sanguinisch, muskulös (âalbus, sanguineus, torosusâ), die Amerikaner durch die Merkmale rot, cholerisch, aufrecht (ârufus, cholericus, rectusâ), die Asiaten durch die Merkmale gelb, melancholisch, steif (âluridus, melancholicus, rigidusâ) und die Afrikaner durch die Merkmale schwarz, phlegmatisch, schlaff (âniger, phlegmaticus, laxusâ). âHĂ€tten sich die Anthropologen darauf beschrĂ€nkt, die Menschengruppen nach ihren physischen Merkmalen zu gliedern und daraus keine weiteren SchlĂŒsse zu ziehen, wĂ€re ihre Arbeit so harmlos wie die des Botanikers oder Zoologen und lediglich deren Fortsetzung gewesen. Doch stellte sich schon gleich zu Beginn heraus, daĂ diejenigen, die die Klassifikationen vornahmen, sich das Recht anmaĂten, ĂŒber die Eigenschaften der Menschengruppen, die sie definierten, zu Gericht zu sitzen: indem sie von den physischen Merkmalen Extrapolationen auf geistige oder moralische vornahmen, stellten sie Hierarchien von Rassen auf.âcite-ref-23[23] âWas immer LinnĂ©, Blumenbach und andere Ethnologen des 18. Jahrhunderts beabsichtigt hatten â sie waren jedenfalls die Wegbereiter fĂŒr einen sĂ€kularen beziehungsweise âwissenschaftlichenâ Rassismusâ (Fredrickson, S. 59).cite-ref-fredrickson-8-2[8]
Durch die Wertung phĂ€notypischer Merkmale anhand Ă€sthetischer Kriterien sowie ihrer VerknĂŒpfung mit geistigen, charakterlichen oder kulturellen FĂ€higkeiten bereiteten die im 18. Jahrhundert ausgearbeiteten Rassentypologien den Boden fĂŒr den voll entfalteten biologischen Rassismus des 19. und 20. Jahrhunderts (vgl. Fredrickson, S. 61â63).cite-ref-fredrickson-8-3[8] Joseph Arthur Comte de Gobineau, den Poliakov als den âgroĂen Herold biologisch gefĂ€rbten Rassismusâ bezeichnet, gilt mit seinem vierbĂ€ndigen, zunĂ€chst in Frankreich erschienenen Versuch ĂŒber die Ungleichheit der Menschenrassen (1853â1856) als Erfinder der arischen Herrenrasse und BegrĂŒnder der modernen Rassenlehre bzw. als theoretischer Vordenker des modernen Rassismus.cite-ref-24[24] Den Niedergang seines Standes erklĂ€rte der französische Adlige als Folge der rassischen Degeneration. Zudem prophezeite er, dass die Vermischung des Blutes unterschiedlicher Rassen unweigerlich zum Aussterben der Menschheit fĂŒhre.cite-ref-25[25]
Im 20. Jahrhundert haben sich in vielen LĂ€ndern ausgeprĂ€gte Formen des Rassismus herausgebildet, die zum Teil zu offiziellen Ideologien der jeweiligen Staaten wurden â Beispiele sind:
⹠Die Jim-Crow-Gesetze, die Zeit der Rassendiskriminierung in den USA, die zwischen 1890 und 1960 ihren Höhepunkt erreichte
⹠die Rassengesetze der Nationalsozialisten in Deutschland und in anderen europÀischen Staaten zwischen 1933 und 1945
âą das Apartheidsregime in SĂŒdafrika, das nach 1948 seine extremste Entwicklung nahm
âą die Politik der australischen Regierung gegenĂŒber den Aborigines
Seit der UNESCO-Deklaration gegen den âRasseâ-Begriffcite-ref-26[26] auf der UNESCO-Konferenz Gegen Rassismus, Gewalt und Diskriminierung im Jahre 1995 im österreichischen Stadtschlaining wird nicht nur jede biologische, sondern auch jede soziologische Ableitung rasseĂ€hnlicher Kategorien geĂ€chtet. Diese Ăchtung wird wie folgt begrĂŒndet:cite-ref-27[27]
⹠Kriterien, anhand derer Rassen definiert werden, seien beliebig wÀhlbar.
âą Die genetischen Unterschiede zwischen Menschen innerhalb einer âRasseâ seien im Durchschnitt quantitativ gröĂer als die genetischen Unterschiede zwischen verschiedenen âRassenâ.
⹠Es bestehe kein Zusammenhang zwischen ausgeprÀgten Körpermerkmalen wie der Hautfarbe und anderen Eigenschaften wie Charakter oder Intelligenz.
Der bedeutende italienische Populationsgenetiker Cavalli-Sforza, Professor an der Stanford University in Kalifornien, kommt in seinem monumentalen Werk The History and Geography of Human Genes zum Ergebnis, dass es keine wissenschaftliche Basis fĂŒr die Unterscheidung von Menschenrassen gibt. Die Einteilung der Menschheit in taxonomische Untergruppen sei im Kern willkĂŒrlich und nicht mittels statistischer Methoden reproduzierbar. Die geringen genetischen Unterschiede, die zwischen bestimmten Populationen ĂŒberhaupt nachweisbar seien, sind aufgrund des geringen evolutionĂ€ren Alters der modernen Menschheit sehr gering und zudem vermutlich durch Wanderungen und anschlieĂende Vermischung bis fast zur Unkenntlichkeit verwischt. Die optisch auffĂ€lligen Unterschiede, etwa der Hautfarbe, korrelieren zudem ĂŒberhaupt nicht mit diesen genetisch definierten Populations-Clustern. Keine Population besitzt eigene Gene, und selbst eigene Allele sind bedeutungslos, wesentliche Unterschiede bestehen nur in deren Frequenz. Je nach gewĂ€hltem genetischen Marker sind die genetischen Cluster zudem verschieden umgrenzt und nicht stabil.cite-ref-28[28]
Der 21. MĂ€rz ist der Internationale Tag gegen Rassismus. Im Jahr 2018 stand dort die Förderung von Toleranz, Inklusion und Respekt fĂŒr DiversitĂ€t im Vordergrund.cite-ref-29[29] UN-Sonderberichterstatterin fĂŒr Rassismus und Fremdenfeindlichkeit ist seit 2022 Ashwini K. P.
Begriff
Rassismus als soziales und psychisches PhĂ€nomen existiert unabhĂ€ngig von Rassentheorien,cite-ref-30[30] als rassistisch zu beschreibende Gruppenkonflikte lassen sich bis in die frĂŒhe Menschheitsgeschichte nachweisen.cite-ref-geiss-6-2[6] Rassismus als systematisches LehrgebĂ€ude dagegen entwickelte sich seit dem ausgehenden 18. Jh. in Europa und der angelsĂ€chsischen Welt.cite-ref-ldp497-5-1[5]
Begriffsgeschichte
Der Begriff âRassismusâ tauchte erst auf, als am Rassenbegriff oder zumindest an einigen seiner Verwendungen Zweifel aufkamen. Er entstand im frĂŒhen 20. Jahrhundert in der Auseinandersetzung mit völkischen Theorien. In der Endung â-ismusâ sollte sich die Auffassung von Historikern und anderen Autoren niederschlagen, âdass es sich dabei um fragwĂŒrdige Ansichten und Ăberzeugungen handele, nicht um unbestreitbare Naturtatsachenâ (Fredrickson, S. 159).cite-ref-fredrickson-8-4[8] Die Rassisten selbst hingegen verstanden sich positiv als Vertreter einer âRassenkundeâ oder âRassenlehreâ und lehnten infolgedessen «Rassismus» zur Umschreibung ihrer Ansichten ab (Geiss, S. 17 und 341).cite-ref-geiss-6-3[6] Meyers Lexikon definierte 1942 Rassismus folgendermaĂen:
âRassismus, urspr. Schlagwort des demokr.-jĂŒd. Weltkampfes gegen die völkischen Erneuerungsbewegungen und deren Ideen u. MaĂnahmen, ihre Völker durch Rassenpflege zu sichern und das rassisch wie völkisch und politisch-wirtschaftlich zerstörende Judentum sowie anderweitiges Eindringen fremden Blutes abzuwehren und auszuschlagen, als inhuman und ihre TrĂ€ger als âRassistenâ zu verleumden.âcite-ref-31[31]
Pionierarbeit in vielerlei Hinsicht leistete ThĂ©ophile Simar. Sein 1922 erschienenes Werk Ătude critique sur la formation de la doctrine des races au XVIIIe siĂšcle et son expansion au XIXe siĂšcle gilt als das erste, in dem die Begriffe âRassismusâ und ârassistischâ Anwendung fanden. Darin setzte er sich Ă€uĂerst kritisch mit der These der germanischen bzw. teutonischen Ăberlegenheit ĂŒber die anderen europĂ€ischen â besonders die romanischen â Völker auseinander und kam dabei zu dem Schluss, dass derartige Konzepte wissenschaftlich nicht stichhaltig seien und ausschlieĂlich politischen Zwecken dienen (Fredrickson, S. 161â162).cite-ref-fredrickson-8-5[8]
Im Jahre 1935 kritisierten Julian Huxley und Alfred C. Haddon in ihrem Buch We Europeans: A survey of Racial problems, dass es fĂŒr die Idee verschiedener, voneinander abgegrenzter Menschenrassen keinerlei wissenschaftliche Beweise gebe. Klassifikationen anhand genetischer oder somatischer Merkmale und darauf basierende Bewertungen sowie jede Form von âRassenbiologieâ lehnten sie als pseudowissenschaftlich ab. Sie forderten daher, das Wort Rasse aus dem wissenschaftlichen Vokabular zu streichen und durch die Bezeichnung âethnische Gruppeâ zu ersetzen. Die Rassentheorien der Nationalsozialisten bezeichneten sie als âGlaubensbekenntnis eines leidenschaftlichen Rassismusâ. âDer Rassismus ist ein Mythos und ein gefĂ€hrlicher dazu. Er ist ein Deckmantel fĂŒr selbstsĂŒchtige ökonomische Ziele, die in ihrer unverhĂŒllten Nacktheit hĂ€sslich genug aussehen wĂŒrden.â Die biologische Anordnung der europĂ€ischen Menschentypen sei ein subjektiver Vorgang und der Mythos des Rassismus ein Versuch, den Nationalismus zu rechtfertigen.cite-ref-32[32]
Jacques Barzun klassifizierte in seinem richtungsweisenden Werk Race: a Study in Superstition von 1937 den âRassengedankenâ (racialism)cite-ref-33[33] als modernen Aberglauben und eine Form irregeleiteten Denkens.cite-ref-34[34] Rasse, so erklĂ€rte er, âwar in Deutschland ein Mittel, um dem deutschen Volk nach der nationalen Erniedrigung von Versailles und danach ein GefĂŒhl der Selbstachtung zurĂŒckzugeben.â Er beschreibt ferner, wie auch schon frĂŒher und an anderen Orten Rassismus dazu benutzt wurde, um dem «Nationalen» Aufschwung zu verleihen (vgl. Fredrickson, S. 167).cite-ref-fredrickson-8-6[8] Bereits im ersten Kapitel wies er darauf hin, dass nicht nur die deutsche Einstellung gegenĂŒber den Juden rassistisch sei, sondern ebenso die Annahme der «weiĂen Ăberlegenheit gegenĂŒber den Schwarzen», die Furcht vor der asiatischen âGelben Gefahrâ oder die Ăberzeugung, Amerika mĂŒsse die angelsĂ€chsische Rasse davor beschĂŒtzen, durch sĂŒdeuropĂ€isches, jĂŒdisches oder das âBlut der Negerâ verunreinigt zu werden. Seine umfassende Analyse der rassistischen Ideenwelt seiner Zeit beinhaltete u. a.:
⹠die rassische Umdeutung der RivalitÀt zwischen Deutschland und Frankreich zu einer Auseinandersetzung zwischen Ariern und Kelten;
âą die ZurĂŒckfĂŒhrung des Siegeszuges des Sozialismus auf eine jĂŒdische Verschwörung;
âą die Behauptung, die germanischen Rassen seien im Aufstieg und die romanischen im Niedergang begriffen;
âą sowie die Ăberzeugung, die WeiĂen mĂŒssen sich gegen «die farbigen Horden von Schwarzen, Roten und Gelben» verbĂŒnden, um die «europĂ€ische Kultur» bzw. die Zivilisation ĂŒberhaupt vor dem Untergang zu bewahren (Fredrickson, S. 167).cite-ref-fredrickson-8-7[8]
GröĂeren Bekanntheitsgrad erlangte der Begriff âRassismusâ erst durch den Sexualwissenschaftler Magnus Hirschfeld, dessen zwischen 1933 und 1934 verfasste Analyse und Widerlegung der nationalsozialistischen Rassendoktrin posthum, in englischer Ăbersetzung, unter dem Titel Racism veröffentlicht wurde. In dem 1938 erschienenen Werk erklĂ€rte Hirschfeld den Aufstieg des deutschen Antisemitismus als Folge der Probleme, die aus der Niederlage im Ersten Weltkrieg erwuchsen. Rassismus diene als Sicherheitsventil gegen ein KatastrophengefĂŒhl und scheine fĂŒr die Wiederherstellung der Selbstachtung zu sorgen, zumal er sich gegen einen leicht erreichbaren und wenig gefĂ€hrlichen Feind im eigenen Land richte und nicht gegen einen achtenswerten Feind jenseits der nationalen Grenzen.cite-ref-35[35] Dem Konzept der âRasseâ konnte auch er nichts abgewinnen, was von wissenschaftlichem Wert wĂ€re; stattdessen empfahl er die Streichung des Ausdrucks, âsoweit damit Unterteilungen der menschlichen Spezies gemeint sindâ.cite-ref-36[36] Doch bot auch Hirschfeld keine formale Definition des «Rassismus» und machte auch nicht deutlich, worin seiner Ansicht nach der Unterschied zum Begriff der «Xenophobie» besteht, den er ebenfalls verwandte.
Die erste Rassismus-Definition stammt von der Amerikanerin Ruth Benedict. In ihrem 1940 erschienenen Buch Race â Science and Politics bezeichnet sie Rassismus als âdas Dogma, dass eine ethnische Gruppe von Natur aus zu erblicher Minderwertigkeit und eine andere Gruppe zu erblicher Höherwertigkeit bestimmt ist. Das Dogma, dass die Hoffnung der Kulturwelt davon abhĂ€ngt, manche Rassen zu vernichten und andere rein zu erhalten. Das Dogma, dass eine Rasse in der gesamten Menschheitsgeschichte TrĂ€ger des Fortschritts war und als einzige auch kĂŒnftig Fortschritt gewĂ€hrleisten kannâ.
Bereits diese frĂŒhe Definition verwendet âRasseâ und âethnische Gruppeâ synonym, der Terminus âRasseâ wird dabei als soziologische Kategorie aufgefasst und kommt ohne biologischen Bezug aus. Benedict unterschied zunĂ€chst scharf zwischen religiösen und rassischen Differenzkonzepten und versuchte so, den Rassismusbegriff auf den biologischen Rassismus einzugrenzen. Im weiteren Verlauf ihrer Studien gab sie diese Trennung jedoch auf und leitete eine «funktionale Ăquivalenz» zwischen religiösem Fanatismus und solchen Abneigungen her, die mit Merkmalen der physischen Erscheinung oder der Abstammung gerechtfertigt werden. Beide fĂŒhren, so Benedict, zu Formen der Verfolgung, fĂŒr die lediglich unterschiedliche Rechtfertigungen formuliert werden, die sich aber in ihrem Wesen nicht unterscheiden. âIn den Augen der Geschichte jedenfalls bleibt der Rassismus lediglich ein anderes Beispiel fĂŒr die Verfolgung von Minderheiten zum Vorteil derer, die an der Macht sindâ (Fredrickson, S. 168).cite-ref-fredrickson-8-8[8] PopulĂ€r wurde Benedicts Definition durch Martin Luther King, der sie mehr als 25 Jahre spĂ€ter in seinem Buch Where do we go from here: Chaos or Community? verwandte.
In den 1950er Jahren erschien eine wissenschaftliche Schriftenreihe der UNESCO zur Rassentheorie. Daran war u. a. der französische Ethnologe Claude LĂ©vi-Strauss beteiligt. Zu seinem Beitrag, der 1952 in französischer Sprache und erst 1972 unter dem Titel Rasse und Geschichte in deutscher Sprache im Suhrkamp-Verlag erschien, schrieb er: âEs mag ĂŒberraschen, wenn in einer Schriftenreihe, die sich den Kampf gegen den Rassismus zum Ziel gesetzt hat, vom Beitrag der Menschenrassen zur Weltzivilisation gesprochen wird.âcite-ref-37[37]
1965 definierte die UNO im Internationalen Ăbereinkommen zur Beseitigung jeder Form von Rassendiskriminierung den Begriff der âRassendiskriminierungâ als âjede auf der Rasse, der Hautfarbe, der Abstammung, dem nationalen Ursprung oder dem Volkstum beruhende Unterscheidung, AusschlieĂung, BeschrĂ€nkung oder Bevorzugung, die zum Ziel oder zur Folge hat, dass dadurch ein gleichberechtigtes Anerkennen, GenieĂen oder AusĂŒben von Menschenrechten und Grundfreiheiten im politischen, wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen oder jedem sonstigen Bereich des öffentlichen Lebens vereitelt oder beeintrĂ€chtigt wird.â
Die EuropĂ€ische Kommission gegen Rassismus und Intoleranz definiert Rassismus als âdie Ăberzeugung, dass ein Beweggrund wie Rasse, Hautfarbe, Sprache, Religion, Staatsangehörigkeit oder nationale oder ethnische Herkunft die Missachtung einer Person oder Personengruppe oder das GefĂŒhl der Ăberlegenheit gegenĂŒber einer Person oder Personengruppe rechtfertigtâ.cite-ref-38[38]
Gegenstand und Definition
Begriffliche Differenzierung
In der Wissenschaft existieren heute verschiedene Definitionen des Begriffs Rassismus. Tragweite, GĂŒltigkeit und ErklĂ€rungsmacht der jeweiligen Definitionen variieren je nach Deutungsebene und Schwerpunkt. Der Begriff ist stark ideologisiert, so dass die Akzeptanz oder Ablehnung verschiedener Definitionen auch von politischen oder ethischen PrĂ€ferenzen abhĂ€ngen kann. Die jeweils extremsten Deutungen weiten den Begriff entweder sehr aus, bis hin zum sogenannten âSpeziesismusâ, oder schrĂ€nken ihn stark ein, so dass er lediglich den âklassischenâ, also auf Rassentheorien basierenden Rassismus umfasst.cite-ref-39[39] DefinitionsgegenstĂ€nde können historische TatbestĂ€nde sein, praktische Strukturen und Prozesse, aber auch Theorien, Ideologien, Denkmethoden und abstrakte Konzepte oder der «Rassismus an sich».
Der marxistische Rassismusforscher Ătienne Balibar stellte fest, âdass es nicht «einen» invarianten Rassismus, sondern «mehrere» Rassismen gibt, die ein ganzes situationsabhĂ€ngiges Spektrum bilden [âŠ] Eine bestimmte rassistische Konfiguration hat keine festen Grenzen, sie ist ein Moment einer Entwicklung, dass je nach seinen eigenen latenten Möglichkeiten, aber auch nach den historischen UmstĂ€nden und den KrĂ€fteverhĂ€ltnissen in den Gesellschaftsformationen einen anderen Platz im Spektrum möglicher Rassismen einnehmen kann.âcite-ref-40[40]
Der Historiker Patrick Girard sah bereits 1976 die Notwendigkeit eines differenzierteren Rassismusbegriffes: âZum Beispiel waren offensichtlich Juden, Indianer und Schwarze alle Opfer verschiedener Spielarten des Rassismus. Sie waren das aber auf Grund ganz unterschiedlicher Voraussetzungen in ganz verschiedenen Epochen und aus ganz verschiedenen GrĂŒnden. Daher ist es vorzuziehen, von «Rassismen» und nicht von «Rassismus» zu sprechen, wobei der Antisemitismus, wie wir sehen werden, eine Sonderstellung einnimmtâ.cite-ref-41[41]
Auch Soziologen wie Stuart Hall unterscheiden aus praktischen und analytischen ErwÀgungen heraus zwischen dem «allgemeinen Rassismus» und seinen verschiedenen Ausformungen, den Rassismen:
âEs gibt keinen Rassismus als allgemeines Merkmal menschlicher Gesellschaften, nur historisch-spezifische Rassismen.â
â
Stuart Hall
:
âRasseâ, Artikulation und Gesellschaften mit struktureller Dominante, in Rassismus und kulturelle IdentitĂ€t, AusgewĂ€hlte Schriften Band 2, Argument-Verlag, Hamburg 1994, ISBN 3-88619-226-1, S. 127
âEmpirisch hat es viele Rassismen gegeben, wobei jeder historisch spezifisch und in unterschiedlicher Weise mit den Gesellschaften verknĂŒpft war, in denen er aufgetreten ist.â
â
Stuart Hall (1978)
:
nach Robert Miles
âIch habe bislang ĂŒber den allgemeinen Begriff des Rassismus gesprochen, ĂŒber Rassismus im allgemeinen. Aber wo immer wir Rassismus vorfinden, entdecken wir, daĂ er historisch spezifisch ist, je nach der bestimmten Epoche, nach der bestimmten Kultur, nach der bestimmten Gesellschaftsform, in der er vorkommt. Diese jeweiligen spezifischen Unterschiede muĂ man analysieren. Wenn wir ĂŒber konkrete gesellschaftliche RealitĂ€t sprechen, sollten wir also nicht von Rassismus, sondern von Rassismen sprechen.â
â
Stuart Hall
:
Rassismus als ideologischer Diskurs
In gleicher Weise argumentiert der Historiker George M. Fredrickson:
âDiese KontinuitĂ€ten [strukturelle Ăhnlichkeiten von biologisch begrĂŒndetem und «neuem kulturellem Rassismus»] weisen meiner Ansicht nach darauf hin, dass es eine allgemeine Geschichte des Rassismus und eine Geschichte partikulĂ€rer Rassismen gibt; doch um die verschiedenen Formen und Funktionen des allgemeinen PhĂ€nomens zu verstehen, mit denen wir uns befassen, ist es notwendig, den jeweils spezifischen Kontext zu kennen.âcite-ref-44[44]
Die Soziologen LoĂŻc Wacquant und Albert Memmi empfehlen, âein fĂŒr alle mal auf die allzu dehnbare Reizvokabel Rassismus zu verzichten oder sie allenfalls zur Beschreibung empirisch analysierbarer Doktrinen und Ăberzeugungen von Rassen zu verwenden;âcite-ref-45[45] bzw. den Terminus «Rassismus», wenn ĂŒberhaupt, dann ausschlieĂlich zur Bezeichnung des Rassismus im biologischen Wortsinne zu gebrauchen (Memmi, S. 121).cite-ref-memmi-46-0[46]
Memmi fasst den «Rassismus im weiteren Sinne» als einen «allgemeinen Mechanismus» auf, der jedoch in verschiedenen Spielarten auftritt, von denen der «Rassismus im engeren Sinne» nur eine ist. Weil ein Rassismus sich ohne ein VerstĂ€ndnis des anderen nur unzureichend begreifen lasse und der «Rassismus im weiteren Sinne» wesentlich stĂ€rker verbreitet sei, schien es ihm sinnvoll, âden biologischen Rassismus, historisch eine relativ junge Erscheinung, einer allgemeineren und viel Ă€lteren Verhaltensweise unterzuordnenâ (Memmi, S. 97).cite-ref-memmi-46-1[46] âTatsĂ€chlich stĂŒtzt sich die rassistische Anklage bald auf einen biologischen und bald auf einen kulturellen Unterschied. Einmal geht sie von der Biologie, dann wieder von der Kultur aus, um daran anschlieĂend allgemeine RĂŒckschlĂŒsse auf die Gesamtheit der Persönlichkeit, des Lebens und der Gruppe des Beschuldigten zu ziehen. Manchmal ist das biologische Merkmal nur undeutlich ausgeprĂ€gt, oder es fehlt ganz. Kurz, wir stehen einem Mechanismus gegenĂŒber, der unendlich mannigfaltiger, komplexer und unglĂŒcklicherweise auch stĂ€rker verbreitet ist, als der Begriff Rassismus im engen Wortsinne vermuten lieĂe. Es ist zu ĂŒberlegen, ob man ihn nicht besser durch ein anderes Wort oder eine andere Wendung ersetzt, die sowohl die Vielfalt als auch die Verwandtschaft der einzelnen Formen des Rassismus zum Ausdruck bringtâ (Memmi, S. 165â166).cite-ref-memmi-46-2[46] âDer Begriff Rassismus passt genau fĂŒr die biologische Bedeutungâ und solle daher kĂŒnftig ausschlieĂlich fĂŒr den Rassismus im biologischen Sinne gebraucht werden. Zur Bezeichnung der allgemeinen Erscheinung schlug Memmi ursprĂŒnglich Ethnophobie vor, entschied sich jedoch 1982 fĂŒr den Begriff Heterophobie, denn âdamit lieĂen sich jene phobischen und aggressiven Konstellationen begrifflich fassen, die gegen andere gerichtet sind und mit unterschiedlichen â psychologischen, kulturellen, sozialen oder metaphysischen â Argumenten gerechtfertigt werden, und von denen der Rassismus im engeren Sinne lediglich eine Variante wĂ€reâ (Memmi, S. 121â122).cite-ref-memmi-46-3[46]
âMit «Rassismus» soll ausschlieĂlich die Ablehnung des anderen unter Berufung auf rein biologische Unterschiede, mit «Heterophobie» soll die Ablehnung des anderen unter Berufung auf Unterschiede jedweder Art gemeint sein. Damit wird der Rassismus zu einem Sonderfall der Heterophobieâ (Memmi, Seite 124).cite-ref-memmi-46-4[46] Mit dem Begriff «Heterophobie» lieĂen sich nach Ansicht Memmis auch weitere terminologische Probleme lösen, weil er einerseits alle Spielarten einer âaggressiven Ablehnung des anderenâ erfasse und sich umgekehrt auch leicht in seine verschiedenen Formen ummĂŒnzen lasse. âStatt von Antisemitismuscite-ref-47[47] zu sprechen, einem offensichtlich ungenauen Terminus,cite-ref-48[48] könnte man den Begriff «Judenphobie» gebrauchen, der eindeutig die Angst vor dem JĂŒdischen und dessen Ablehnung bezeichnet; dasselbe gilt fĂŒr die Begriffe âNegrophobieâ, âArabophobieâ usw.â (Memmi, S. 123).cite-ref-memmi-46-5[46]
Rassismusdefinition nach Albert Memmi
Eine in der Rassismusforschung weithin rezipierte Definition stammt von dem französischen Soziologen Albert Memmi:
âDer Rassismus ist die verallgemeinerte und verabsolutierte Wertung tatsĂ€chlicher oder fiktiver Unterschiede zum Nutzen des AnklĂ€gers und zum Schaden seines Opfers, mit der seine Privilegien oder seine Aggressionen gerechtfertigt werden sollenâ
â
Memmi, S. 103, 164
Diese Definition ist nicht auf rassenbiologisch begrĂŒndete Rassismen beschrĂ€nkt, so stĂŒtzt sich die ârassistische Anklage bald auf einen biologischen und bald auf einen kulturellen Unterschied. Einmal geht sie von der Biologie, dann wieder von der Kultur aus, um daran anschlieĂend allgemeine RĂŒckschlĂŒsse auf die Gesamtheit der Persönlichkeit, des Lebens und der Gruppe des Beschuldigten zu ziehen.â (Memmi, S. 165 f.).cite-ref-memmi-46-7[46]cite-ref-52[52]
Memmi betont, dass drei Hauptelemente zusammenkommen mĂŒssen, um Rassismus auszumachen: bestimmte (reale oder fiktive) Unterschiede, deren Bewertung und den Gebrauch dieser Bewertung zum Nutzen dessen, der die Unterschiede herausstellt und bewertet.cite-ref-53[53]
Differenz
Die Grundlage des Rassismus besteht in der nachdrĂŒcklichen (Ăber-)Betonung oder Konstruktion tatsĂ€chlicher oder fiktiver Unterschiede zwischen Rassist und Opfer. âDer Unterschied ist der Angelpunkt rassistischer Denk und Handlungsweiseâ (Memmi, S. 48).cite-ref-memmi-46-8[46] Memmi weist ausdrĂŒcklich darauf hin, dass es sich dabei um einen «allgemeinen Mechanismus» handelt, er â[Der Rassismus] beschrĂ€nkt sich weder auf die Biologie noch auf die Ăkonomie, die Psychologie oder die Metaphysik; er ist eine vielseitig verwendbare Beschuldigung, die von allem Gebrauch macht, was sich anbietet, selbst von dem, was gar nicht greifbar ist, weil sie es je nach Bedarf erfindetâ (Memmi, S. 83).cite-ref-memmi-46-9[46] âDie Rassisten verabscheuen die Araber jetzt nicht mehr wegen ihrer sonnenverbrannten Haut oder ihrer levantinischen GesichtszĂŒge, sondern weil sie â «machen wir uns doch nichts vor» â einer lĂ€cherlichen Religion anhĂ€ngen, ihre Frauen schlecht behandeln, grausam oder einfach rĂŒckstĂ€ndig sindâ (Memmi, S. 101).cite-ref-memmi-46-10[46] Die Benutzung des Unterschiedes sei zwar fĂŒr die rassistische Argumentation unentbehrlich, âaber es ist nicht der Unterschied, der stets den Rassismus nach sich zieht, es ist vielmehr der Rassismus, der sich den Unterschied zunutze machtâ. Dabei spiele es keine Rolle, ob der Unterschied real sei oder reine Fiktion, fĂŒr sich allein wichtig oder unbedeutend. âWenn es keinen Unterschied gibt, dann wird er vom Rassisten erfunden; gibt es ihn hingegen, dann wird er von ihm zu seinem Vorteil interpretiertâ (Memmi, S. 167).cite-ref-memmi-46-11[46]
Wertung
Das bloĂe Aufzeigen einer Verschiedenheit zwischen zwei Individuen oder Gruppen stellt, so Memmi, fĂŒr sich allein genommen noch keinen Rassismus dar. âDer Rassismus liegt nicht in der Feststellung eines Unterschieds, sondern in dessen Verwendung gegen einen anderenâ (Memmi, S. 214).cite-ref-memmi-46-12[46] âDer Rassismus ist die Wertung [âŠ]â, er beginnt dort, wo der Unterschied eine Interpretationcite-ref-54[54] erfĂ€hrt und ihm eine (zusĂ€tzliche) Bedeutung beigemessen wird, in der Art, dass sie (ab)wertend wirkt und Nachteile fĂŒr den Bewerteten nach sich zieht.cite-ref-55[55] âErst im Kontext des Rassismus nimmt diese Betonung des Unterschieds eine besondere Bedeutung an [âŠ]â (Memmi, S. 166).cite-ref-memmi-46-13[46] Die Hervorhebung von tatsĂ€chlichen oder eingebildeten Unterschieden ist fĂŒr Memmi lediglich ein âbequemes Werkzeug fĂŒr etwas ganz anderes, nĂ€mlich die Infragestellung des Opfersâ, woraus sich als Konsequenz ergibt, dass die Merkmale des anderen stets negative sind, sie bezeichnen etwas Schlechtes, wĂ€hrend die Merkmale des Rassisten gut sind. âDer Rassist ist liebenswert, weil sein Opfer verabscheuungswĂŒrdig ist. Die Welt des Rassisten ist die des Guten, die Welt seines Opfers die des Bösenâ (Memmi, S. 98â99).cite-ref-memmi-46-14[46]
Verallgemeinerung
Verallgemeinerung wird von Memmi in zweifacher Hinsicht aufgefasst. Sie drĂŒckt sich zum einen als âEntindividualisierungâ oder âEntpersönlichungâ, die gleichsam mit einer âEntmenschlichungâ einhergeht, zum anderen als âVerabsolutierungâ oder âVerewiglichungâ aus; er spricht in diesem Sinne von einer âdoppelten Verallgemeinerungâ. âDie Beschuldigung richtet sich fast immer zumindest implizit gegen fast alle Mitglieder der Gruppe, so daĂ jedes andere Mitglied derselben Beschuldigung ausgesetzt ist, und sie ist zeitlich unbegrenzt, so daĂ kein denkbares Ereignis in der Zukunft dem ProzeĂ jemals ein Ende machen kannâ (Memmi, S. 114).cite-ref-memmi-46-15[46] Das Individuum wird nicht mehr fĂŒr sich betrachtet, sondern als Mitglied einer Gruppe, deren Eigenschaften es zwangslĂ€ufig, a priori besitzt, es wird entindividualisiert. âZugleich verdient die gesamte Fremdgruppe, der das Stigma des SchĂ€dlichen und Aggressiven anhaftet, daĂ man sie angreift; umgekehrt verdient jeder Angehörige der Fremdgruppe a priori die Sanktion [âŠ]â (Memmi, S. 116).cite-ref-memmi-46-16[46] Mit dem Verlust der IndividualitĂ€t geht der Verlust der persönlichen und menschlichen Rechte und WĂŒrde einher. Der Mensch wird nicht in differenzierender Weise beschrieben; âer hat nur das Recht darauf, in einem anonymen Kollektiv zu ertrinkenâ (vgl. Memmi, S. 183â186).cite-ref-memmi-46-17[46] Jeder wirkliche oder erfundene Mangel des Einzelnen wird auf die ganze pseudoverwandtschaftliche Gruppe ausgedehnt, und gleichzeitig wird der Einzelne aufgrund eines kollektiven Makels verurteilt. âIndividuelles und kollektives Merkmal stehen in einer Art dialektischem VerhĂ€ltnis zueinanderâ (vgl. Memmi, S. 170 f.).cite-ref-memmi-46-18[46]
Die andere Form der Verallgemeinerung ist die zeitliche Unbegrenztheit der Beschuldigungen. âDer Rassist möchte in dem Stempel, den er dem Gesicht seines Opfers aufdrĂŒckt, dessen endgĂŒltige ZĂŒge sehen. Nicht nur, daĂ das Opfer einer Gruppe angehört, deren Mitglieder alle diese Makel tragen, sie tun es auĂerdem fĂŒr immer. Damit hat alles seine Ordnung fĂŒr die Ewigkeit. Ein fĂŒr allemal sind die Bösen böse und die Guten gut [âŠ]â. In: Memmi, S. 117 f.cite-ref-memmi-46-19[46]
Funktion
FĂŒr Memmi dient Rassismus primĂ€r der Herrschaftssicherung, Sinn und Zweck des Rassismus liegt in der Vorherrschaft (Memmi, S. 60).cite-ref-memmi-46-20[46] SekundĂ€r kompensiert er psychische Defizite, âman festigt die eigene Position gegen den Anderen. Psychoanalytisch gesprochen ermöglicht der Rassismus eine individuelle und kollektive StĂ€rkung des Ichsâ (Memmi, S. 160).cite-ref-memmi-46-21[46] âUm groĂ zu sein, genĂŒgt es dem Rassisten, auf die Schultern eines anderen zu steigenâ. In: (Memmi, S. 202).cite-ref-memmi-46-22[46]
Rassismusdefinition nach Fredrickson
WĂ€hrend bei Memmi die Wertung ein zentrales Element darstellt, verzichtet George M. Fredrickson vollstĂ€ndig auf dieses Kriterium, wodurch seine Definition auch bestimmte ethnozentrische, vor allem aber ethnopluralistische Konzepte einschlieĂt (vgl. Fredrickson, S. 18 f.).cite-ref-fredrickson-8-9[8] Fredricksons Theorie oder Konzeption des Rassismus aus dem Jahr 2002 basiert lediglich auf zwei Komponenten: âDifferenzâ und âMachtâ.
âRassismus entspringt einer Denkweise, wodurch «sie» sich von «uns» dauerhaft unterscheiden, ohne dass es die Möglichkeit gĂ€be, die Unterschiede zu ĂŒberbrĂŒcken. Dieses GefĂŒhl der Differenz liefert ein Motiv beziehungsweise eine Rechtfertigung dafĂŒr, dass «wir» unseren Machtvorteil einsetzen, um den ethnorassisch Anderen auf eine Weise zu behandeln, die wir als grausam oder ungerecht ansehen wĂŒrden, wenn Mitglieder unserer eigenen Gruppe davon betroffen wĂ€ren.â
â
Fredrickson, S. 16
âWollten wir eine knappe Formulierung wagen, so könnten wir sagen, dass Rassismus vorliegt, wenn eine ethnische Gruppe oder ein historisches Kollektiv auf der Grundlage von Differenzen, die sie fĂŒr erblich und unverĂ€nderlich hĂ€lt, eine andere Gruppe beherrscht, ausschlieĂt oder zu eliminieren versucht.â
â
Fredrickson, S. 173
Nicht die âDifferenzâ, sondern bereits das âGefĂŒhl der Differenzâ dient â nach Fredrickson â Rassisten als Motiv zur MachtausĂŒbung bzw. als Rechtfertigung, um âethnorassisch Andereâ grausam oder ungerecht zu behandeln. Zur Konstruktion von âwirâ und âsieâ bedarf es keines realen Unterschiedes, es reicht bereits ein «gefĂŒhlter Unterschied». Weder konkretisiert er die Art der MachtausĂŒbung, diese kann von âeiner inoffiziellen, aber durchgĂ€ngig praktizierten sozialen Diskriminierung bis zum Völkermordâ reichen (Fredrickson, S. 16 f.),cite-ref-fredrickson-8-12[8] noch legt er fest, ob die Differenz biologischer, kultureller, religiöser oder sonstiger Natur ist. âGewöhnlich greift die Wahrnehmung des Anderen als âRasseâ jedoch Differenzen auf, die in irgend einem Sinne âethnischâ sind. Nach der Definition des Politikwissenschaftlers Donald L. Horowitz grĂŒndet EthnizitĂ€t âauf einem Mythos gemeinsamer Abstammung, die zumeist mit vermeintlich angeborenen Merkmalen einhergeht. Eine gewisse Vorstellung von Merkmalszuschreibung und einer daraus resultierenden AffinitĂ€t sind vom Konzept der EthnizitĂ€t untrennbar.â Die Kennzeichen und Identifizierungsmerkmale, an die man dabei gewöhnlich denkt, sind Sprache, Religion, BrĂ€uche sowie (angeborene oder erworbene) physische Eigenschaften. Eines oder mehrere davon (manchmal alle), können als Quellen ethnischer Verschiedenheit dienen; jedes von ihnen kann Verachtung, Diskriminierung oder Gewalt seitens der anderen Gruppe hervorrufen, die das Merkmal oder die Merkmale, die zum Kriterium des ethnisch Anderen geworden sind nicht teilt. Man kann, wie ich es in einem frĂŒheren Essay einmal getan habe, das Wesen des Rassismus als hierarchisch geordnete EthnizitĂ€t beschreiben; mit anderen Worten, Differenz wird unter Einsatz von Macht zu etwas, das HaĂ erregt und Nachteile mit sich bringtâ (Fredrickson, S. 142).cite-ref-fredrickson-8-13[8]
WĂ€hrend Memmi den Fokus auf die Hierarchisierung, also die Wertung, der Differenzen legt, betont Fredrickson besonders deren Verabsolutierung; die «Differenz», die âethnorassischeâ Andersartigkeit muss dauerhaft sein und ohne die Möglichkeit, die Unterschiede zu ĂŒberbrĂŒcken. Die Gruppenkonstruktion wird dadurch biologisiert oder auch essentialisiert, dass die ethnischen, kulturellen oder sonstigen Differenzen zu unĂŒberbrĂŒckbaren, quasibiologischen Unterschieden erklĂ€rt werden; die Gruppenkonstruktion wird zum RassenĂ€quivalent. âZwar mögen Shoah und Entkolonialisierung auf Dauer Regimes in MiĂkredit gebracht haben, die ich als âoffen rassistischâ bezeichnet habe; doch sollte diese gute Nachricht nicht zu der Ăberzeugung aufgebauscht werden, der Rassismus als solcher sei tot oder liege im Sterben [âŠ] Was als «neuer Rassismus» in den USA, GroĂbritannien und Frankreich bezeichnet wurde, ist eine Denkweise, die kulturelle Differenzen anstelle von genetischer Ausstattung verdinglicht und zu Wesensunterschieden erstarren lĂ€sst, die also mit anderen Worten Kultur zum funktionalen Ăquivalent von Rasse machtâ (Fredrickson, S. 144).cite-ref-fredrickson-8-14[8] âVon der Existenz einer rassistischen Einstellung kann man sprechen, wenn Differenzen, die sonst als ethnokulturelle betrachtet werden, fĂŒr angeboren, unauslöschlich und unverĂ€nderbar erklĂ€rt werdenâ (Fredrickson, S. 13).cite-ref-fredrickson-8-15[8]
Rassismus, so Fredrickson, âleugnet die Möglichkeit, dass die Rassisten und ihre Opfer in derselben Gesellschaft zusammenleben können, es sei denn auf der Grundlage von Herrschaft und Unterordnungâ. In Anlehnung an Pierre-AndrĂ© Taguieff spricht er von Rassismen der Inklusion und solchen der Exklusion.cite-ref-56[56] âEbenfalls gilt als ausgeschlossen, dass die ethnorassische Differenz aufgehoben werden kann, wenn Menschen ihre IdentitĂ€t Ă€ndernâ (Fredrickson, S. 17).cite-ref-fredrickson-8-16[8] Dauerhaftigkeit und UnĂŒberbrĂŒckbarkeit der Differenz sind fĂŒr Fredrickson das entscheidende Merkmal, um Rassismen von anderen Formen der Intoleranz und Diskriminierung abzugrenzen. âEs könnte sinnvoll sein, einen anderen Begriff, etwa âKulturalismusâ, zu verwenden, um die UnfĂ€higkeit oder die mangelnde Bereitschaft zur Duldung kultureller Differenzen zu beschreiben; doch wenn eine echte Assimilation angeboten wird, wĂŒrde ich auf die Verwendung des Rassismusbegriffs verzichtenâ (Fredrickson, S. 14â15).cite-ref-fredrickson-8-17[8]
Jedoch gelte es zwischen verschiedenen Konzeptionen von Kultur zu unterscheiden. âGeht man davon aus, dass Kultur historisch konstruiert ist und etwas FlieĂendes, zeitlich und rĂ€umlich Variables darstellt, das sich an Ă€uĂere UmstĂ€nde anpassen kann, dann ist der Begriff Kultur dem der Rasse diametral entgegengesetzt. Aber Kultur kann in einem solchen MaĂe verdinglicht und essentialisiert werden, dass sie zum funktionalen Ăquivalent des Rassenbegriffs wirdâ (Fredrickson, S. 15).cite-ref-fredrickson-8-18[8] âEin deterministischer kultureller Partikularismus kann das gleiche bewirken wie ein biologisch begrĂŒndeter Rassismus [âŠ]â (Fredrickson, S. 16)cite-ref-fredrickson-8-19[8] Die Grenzlinie zwischen âKulturalismusâ und Rassismus ist, nach Fredrickson, rasch ĂŒberschritten, âKultur und sogar Religion können so sehr zu Wesensmerkmalen erstarren, dass sie als funktionales Ăquivalent fĂŒr biologischen Rassismus dienen können. Das gilt seit einiger Zeit in gewissem Umfang fĂŒr die Wahrnehmung der Schwarzen in den USA und GroĂbritannien sowie fĂŒr die der Muslime in einigen vorwiegend christlichen Nationenâ (Fredrickson, S. 148).cite-ref-fredrickson-8-20[8]
IndividualitÀt und Menschenrechte
FĂŒr Christoph Butterwegge ist Rassismus ein âDenken, das nach körperlichen bzw. nach kulturellen Merkmalen gebildeten GroĂgruppen unterschiedliche FĂ€higkeiten, Fertigkeiten, und/oder Charaktereigenschaften zuschreibt, wodurch selbst dann, wenn keine gesellschaftliche Rangordnung (Hierarchie) zwischen ihnen entsteht, die Ungleichverteilung sozialer Ressourcen und politischer Rechte erklĂ€rt, also die Existenz von Privilegien bzw. der Anspruch darauf legitimiert, die GĂŒltigkeit universeller Menschenrechte hingegen negiert wird.âcite-ref-57[57]
Nach Manfred Kappeler benachteiligt Rassismus gröĂere Gruppen von Menschen aufgrund ihrer biologisch oder kulturell begrĂŒndeten Fremdheit und bestreitet ihren Anspruch auf Menschen- bzw. BĂŒrgerrechte sowie MenschenwĂŒrde. Sein âzutiefst inhumaner Kernâ bestehe darin, dass er Menschen nicht als Persönlichkeiten mit eigenen Anlagen und Begabungen, sondern nur als Mitglieder ihrer »Rasse« oder ihres «Kulturkreises» ansehe und ihnen damit jede individuelle, ĂŒber vermeintliche Kollektiveigenschaften hinausgehende Entwicklungsmöglichkeit abspreche.cite-ref-58[58]
Rassismusdefinition nach Philomena Essed
FĂŒr Philomena Essed ist Rassismus âeine Ideologie, eine Struktur und ein ProzeĂ, mittels derer bestimmte Gruppierungen auf der Grundlage tatsĂ€chlicher oder zugeschriebener biologischer oder kultureller Eigenschaften als wesensmĂ€Ăig andersgeartete und minderwertige «Rassen» oder ethnische Gruppen angesehen werden. In der Folge dienen diese Unterschiede als ErklĂ€rung dafĂŒr, daĂ Mitglieder dieser Gruppierungen vom Zugang zu materiellen und nicht-materiellen Ressourcen ausgeschlossen werden. Rassismus schlieĂt immer den Gruppenkonflikt hinsichtlich kultureller und materieller Ressourcen ein.â â[âŠ] Rassismus ist ein strukturelles PhĂ€nomen. Das bedeutet, daĂ ethnisch spezifizierte Ungleichheit in ökonomischen und politischen Institutionen, im Bereich von Bildung und Erziehung und in den Medien wurzelt und durch diese Strukturen reproduziert wird.âcite-ref-59[59]
Damit erweitert sie den Begriff «Rassismus» dahingehend, dass sie damit nicht nur eine Ideologie oder konkrete historische Erscheinungsformen verbindet, sondern auch reale Strukturen und Prozesse, wodurch ihre Definition auch PhÀnomene, beispielsweise Alltagsrassismus oder institutionellen Rassismus, enthÀlt.
Rassismusdefinition nach Robert Miles
Der Soziologe und Rassismusforscher Robert Miles, der mit seinem 1989 im Original und 1991 in deutscher Ăbersetzung erschienenen Buch ĂŒber den Rassismus einen wesentlichen Beitrag zur Begriffsgeschichte leistete, versteht unter Rassismus einen âProzess der Konstruktion von Bedeutungenâ,cite-ref-60[60] dessen Funktionsweise darin bestehe, âdass bestimmten phĂ€notypischen und/oder genetischen Eigenschaften von Menschen Bedeutungen dergestalt zugeschrieben werden, dass daraus ein System von Kategorisierungen entsteht, wobei den unter die Kategorien subsumierten Menschen zusĂ€tzliche (negativ bewertete) Eigenschaften zugeordnet werdenâ.cite-ref-61[61] Diese Definition betont den ideologischen Aspekt des Rassismus. Gleichzeitig verknĂŒpft sie ihn mit dem âProzess der Rassenkonstruktionâ und beschrĂ€nkt ihn so auf seine klassische Variante.
Rassismusdefinition nach Mark Terkessidis
Mark Terkessidis hat 1998 die Verengung der Rassismusdiskussion auf Vorurteile und Ideologie kritisiert.cite-ref-62[62] In Anlehnung an Immanuel Wallerstein versteht er Rassismus als eine Trennung zwischen âUnsâ und âIhnenâ, die in der Moderne durch Ausschluss durch Einbeziehung konstituiert wurde. Durch die Sklaverei, die Kolonisierung und spĂ€ter durch die Arbeitsmigration wurden jeweils Gruppen von Menschen in ein System einbezogen und durch spezifische Ausgrenzungspraxen ausgeschlossen. Das ârassistische Wissenâ entstand, um die Praxis der Diskriminierung und die so entstandenen Trennungen zu legitimieren und zu erklĂ€ren.
Terkessidis definiert Rassismus in drei Punkten: 1. Ausgrenzungspraxis (in Anlehnung an Robert Miles verstanden als Benachteiligung bei Verteilung gesellschaftlicher Ressourcen, Dienstleistungen und Positionen); 2. Rassifizierung (Festlegung einer Gruppe als natĂŒrliche Gruppe und gleichzeitig Festlegung der âNaturâ dieser Gruppe) und 3. âDifferenzierende Machtâ (eine Form von GewaltverhĂ€ltnis, etwa die Macht, bestimmte Personen zu beherrschen, sie Sondergesetzgebungen zu unterstellen oder abzuschieben etc.).
Nur wenn diese Elemente zusammenkommen, könne sinnvoll von Rassismus gesprochen werden.
Terkessidis weist auch darauf hin, dass der Aspekt der âAbwertungâ nicht immer vorhanden sein muss, sondern die Trennung zwischen âUnsâ und âIhnenâ entlang letztlich beliebiger Eigenschaften selbst schon rassistischen Charakter haben kann. Insofern begreift er Rassismus als einen Apparat, in dem sich diskriminatorische Praxis und WissensbestĂ€nde stĂ€ndig stĂŒtzen.
Kritik an der Verwendung des Begriffs
Fredrickson bemerkt, dass der Begriff âRassismusâ hĂ€ufig unprĂ€zise und unreflektiert verwendet wĂŒrde, âum die feindseligen oder negativen GefĂŒhle eines âVolkesâ oder einer ethnischen Gruppe gegenĂŒber einer anderen und die aus dieser Einstellung resultierenden Handlungsweisen zu beschreibenâ (Fredrickson, S. 9).cite-ref-fredrickson-8-21[8] Auf einem Workshop âNeue Begriffe fĂŒr die Einwanderungsgesellschaftâ einigten sich 2013 die Teilnehmer der Gruppe âRassismusâ darauf, dass FĂ€lle von Rassismus dann vorlĂ€gen, wenn Menschen aufgrund von Zuschreibungen diskriminiert oder verfolgt wĂŒrden. Rassistisches Denken gehe von der unverĂ€nderlichen Zugehörigkeit des Menschen zu einer Gruppe aus, die als der âeigenenâ Gruppe des Zuschreibenden unterlegen bewertet werde.cite-ref-63[63]
Kurt Horstmann schlug vor, nicht jegliche Diskriminierung irgendwelcher Gruppen als Rassismus zu bezeichnen, und hĂ€lt es fĂŒr angebracht, etwa in der FlĂŒchtlingsforschung auf den Ausdruck âRassismusâ zu verzichten und stattdessen auf die Begriffe âFremdenfeindlichkeitâ, âXenophobieâ, âAuslĂ€nderfeindlichkeitâ und dergleichen auszuweichen.cite-ref-64[64]
Canan Topçu, die mit ihren Eltern als achtjĂ€hriges Kind nach Deutschland gekommen war und dort aufgewachsen ist, bezeichnet die hier gefĂŒhrte Rassismusdebatte als âDesintegrationsdebatteâ und kritisiert insbesondere den Essayband Eure Heimat ist unser Albtraum: âRichtung und TonalitĂ€t der Rassismuskritik wird bestimmt von einer jungen akademisch gebildeten Generation, die einerseits darauf pocht, nicht auf Herkunft reduziert, sondern als âvon hierâ wahrgenommen zu werden, andererseits aber selbst IdentitĂ€tspolitik betreibt â nicht nur durch die Selbstbeschreibung als People of Color, sondern auch im Zelebrieren von Elementen aus der Herkunftskultur. Politisch problematisch ist die moralische Ăberlegenheit, die aus der Betroffenheit abgeleitet wird, ohne selbst auf Ressentiments zu verzichten oder Ausgrenzung zu betreiben.âcite-ref-65[65]
Geschichtliche Erscheinungen
Altertum
Antikes Griechenland und Rom
David Theo Goldberg, der das âKonzept der AusschlieĂungâ als zentral fĂŒr die Untersuchung und Unterscheidung rassistischer Diskriminierungen betrachtet,cite-ref-66[66] verneint Rassismus, weil die Griechen die âBarbarenâ gerade nicht kategorisch verabscheuten (siehe Homer, Herodot, Aischylos, Xenophon und andere).
Auch Yves Albert Dauge bestreitet, dass es in der römischen Welt Rassismus gegeben habe.cite-ref-67[67] Obschon in der Antike ĂberlegenheitsgefĂŒhle eines Stammes oder Volkes ĂŒber andere Gruppen und ethnische, religiöse oder kulturelle Stereotype verbreitet waren, existiert fĂŒr die Begriffe âRasseâ oder âRassismusâ kein exaktes Ăquivalent in der griechischen oder lateinischen Sprache. Aus dem gleichen Grunde sieht auch Christopher Tuplin keine Veranlassung, von Rassismus in der griechischen Welt zu sprechen; die Diskussion des Rassismus mĂŒsse seiner Meinung nach eine Definition von Rasse einschlieĂen.cite-ref-68[68]
Autoren wie Christian Delacampagne oder Benjamin Isaac sind anderer Auffassung und betonen, dass einerseits dem Rassenbegriff analoge ideologische Konstruktionen existiert hĂ€tten und andererseits Rassismus ohnehin im Kern kulturell argumentiere.cite-ref-69[69]cite-ref-70[70] Beide verweisen ausfĂŒhrlich auf Aristotelesâ Konstruktion des Barbaren und eine mit ihr betriebene Legitimation der Sklaverei. Barbaren sei ein minderes Menschsein zugeschrieben worden, weil sie nur bedingt ĂŒber Vernunft verfĂŒgten.cite-ref-71[71]
Proto-Rassismus
Benjamin Isaac benutzt fĂŒr die Antike, neben âfrĂŒhem Rassismusâ oder âantikem Rassismusâ, hauptsĂ€chlich den Begriff âProto-Rassismusâ, der in den 1970er Jahren vom Ăgyptologen Jean Yoyotte geprĂ€gt wurde.cite-ref-72[72] Er will damit zweierlei zum Ausdruck bringen: Zwar habe es in der Antike eine Art von Rassismus gegeben, aber dieser habe sich vom klassischen Rassismus unterschieden, wie er sich im 18. und 19. Jahrhundert entwickelt hat. Doch ist der antike Rassismus insofern Proto-Rassismus, also VorlĂ€ufer des Rassismus, als er â nach Isaac â spĂ€teres rassistisches Denken beeinflusst hat. FĂŒr Isaac zeichnet sich Rassismus dadurch aus, dass hierbei Individuen oder ganze Gruppen von Menschen mit unverĂ€nderlichen körperlichen oder geistigen Eigenschaften in Verbindung gebracht werden. Einige Stereotype seien bereits in der Antike zur Legitimierung imperialistischer Aggressionen gegenĂŒber âminderwertigenâ Völkern benutzt worden.
Die griechisch-römische Antike kenne zwar keine Theorie eines biologischen Determinismus, dennoch finde sich schon frĂŒh, spĂ€testens ab dem 5. Jahrhundert v. Chr., die Vorstellung, dass Menschen je nach ihrer geografischen Herkunft entsprechende Eigenschaften besitzen.cite-ref-73[73] Nach dieser Theorie seien die Menschen im heiĂen SĂŒden intelligenter, wenn auch Ă€ngstlicher und zaghafter als die Menschen im kalten Norden, die auf Grund der unwirtlichen Landschaft erfinderisch, impulsiv, wenn auch leichtsinnig seien.cite-ref-74[74] Athen und spĂ€ter dann Rom hĂ€tten sich als ideale Mitte zwischen Extremen gesehen, wobei das angenehme Klima Griechenlands und Italiens als Argument gedient habe. Proto-Rassismus gibt es nach Isaac zum einen also in diesen anthropogeografischen Vorstellungen â zum anderen hat vor allem Aristoteles (und nach ihm andere) die Ansicht vertreten, dass gewisse Menschen zum Sklavendasein geboren wurden. Es gibt gemÀà dieser Ansicht Menschen höherer Ordnung und solche einer niedrigeren Ordnung. Auch diese Unterscheidung zeugt, nach Isaac, von Proto-Rassismus: The question to be considered is what are the explanations given in ancient literature for the presumed superiority or inferiority of specific groups. If these consist of theories regarding heredity or unalterable exterior influences, it is possible to speak of proto-racism.
Klimatheorie
AnsĂ€tze zu einem (Proto-)Rassismus zeigte sich nach Isaac in der Antike als sogenannte âKlimatheorieâ. Sie spiegelt sich erstmals in der hippokratischen Schrift Ăber die Umwelt (lateinisch De aeribus aquis locis). Im Hinblick auf das mythische Volk der âMakrokephalenâ, welches der Verfasser von De aeribus beschrieb, wird dies mit der Vorstellung der Vererbbarkeit der entsprechenden Merkmale vermengt. Die AusfĂŒhrung der Theorie bleibt jedoch uneindeutig â sicher nicht zuletzt wegen des beschrĂ€nkten Wissens damaliger Zeit hinsichtlich der Erbbiologie. Der Klimatheorie ist in De aeribus immer die Theorie der InferioritĂ€t von Fremdvölkern aufgrund ihrer politischen Verfassung (Despotie) beigeordnet. Ob nun die Politik und Ordnung (Nomos) oder die Natur des Menschen (Physis) ausschlaggebend fĂŒr das Bild des Fremden sein sollte, ist nicht genau zu beantworten.
Aussehen und Charakter
Vincent Rosivach schrieb,cite-ref-75[75] dass das (meist) rote und blonde Haar der Thraker und anderer Völker im Norden Griechenlands oft als Kennzeichen der minderwertigen Menschen galt. Thraker bildeten eine ethnisch geschlossene Gruppe von Sklaven im Athen archaischer Zeit. Sie sind unter Solon angekauft worden. Sie traten in Athen fast ausschlieĂlich als Sklaven auf. Entsprechende Assoziationen seitens der griechischen Bevölkerung waren die Folge. In Komödien wurden Sklavenfiguren ausschlieĂlich mit rotem Haar dargestellt. âRot-â bzw. âBlondschopfâ waren typische Sklavennamen.
Gegen die Annahme der Existenz eines Hautfarbenrassismus in der Antike wendete sich seit den 1980er Jahren Frank M. Snowden, Jr.
Platon setzt in seiner Politeia die drei Seelenteile in Beziehung zu den einzelnen Fremdvölkern zugewiesenen Charaktereigenschaften; ihm gelten Thraker und Skythen als kriegerisch, Phönizier und Ăgypter als erwerbsstrebig.cite-ref-76[76] Sein SchĂŒler Aristoteles nennt die gleichen Beispiele kriegerischer Völker.cite-ref-77[77] Thraker und Skythen, die beiden Fremdvölker im Norden, werden also von beiden als kriegerisch benannt; als zum Herrschen bzw. zur besten Herrschaft geeignet nennen beide ausschlieĂlich das eigene Volk.
Eine einfachere Differenzierung als Platon nimmt Aristoteles vor, wenn er ein Europa-Asien-GefĂ€lle unter den nichtgriechischen Völkern behauptet, die kleinasiatischen seien âsklavischerâ.cite-ref-78[78] Nach Aristoteles seien diejenigen, die von Natur aus sklavisch seien, nicht eindeutig von der Natur durch körperliche Erscheinung und charakteristische Merkmale gekennzeichnet.cite-ref-79[79] Die servile Eigenart wird den Barbaren insbesondere deswegen von Aristoteles zugesprochen, da es ihnen an den politischen Strukturen mangele, die eine Gemeinschaft der Freien und Gleichen ermöglichen.cite-ref-80[80]
Indien, China und Japan
In Asien gibt es ebenfalls weit zurĂŒckreichende Formen von Diskriminierung, die klassenbezogene und kulturbezogene Grundlagen hatten und auch ohne Rassenbegriff funktionierten. Die chinesische Kultur entwickelte schon Jahrhunderte vor den Griechen kulturalistische Vorstellungen von Barbaren. Nachdem sie ursprĂŒnglich davon ausgingen, dass diese durch den Kontakt mit der chinesischen Kultur zivilisiert werden könnten, wurden sie schlieĂlich mit Tieren verglichen, die kulturell grundsĂ€tzlich defizitĂ€r seien. Frank Dikötter hat darauf hingewiesen, dass es im Kaiserreich China eine lang wĂ€hrende eigene rassistische Tradition gab, ehe man dort mit dem europĂ€ischen Rassengedanken in Kontakt kam.
Das gilt auch fĂŒr Indien, wo Kastenschema und UnberĂŒhrbarkeit mit Hilfe von organischen Metaphern (Purusha) und Vermischungsverboten legitimiert wurden. Diese Biologisierung sozialer Unterschiede war durchaus nicht einzigartig. Sie wurde im Zuge des europĂ€ischen Imperialismus und mit Hilfe des auf sie gestĂŒtzten arischen Mythos einer völkischen Interpretation unterzogen, die behauptete, das Kastenschema wĂ€re das Produkt hellhĂ€utiger arischer Einwanderer, die die dunkelhĂ€utige Urbevölkerung unterworfen hĂ€tten. Gail Omvedt schreibt dazu: âPunjabi Brahmans and Punjabi Untouchables were ethnically the same, and Tamil Brahmans and Tamil Untouchables were not racially different.â (etwa: âDie Brahmanen des Pundschab und die UnberĂŒhrbaren des Pundschab waren ethnisch identisch, und die tamilischen Brahmanen unterschieden sich in der Rasse nicht von den tamilischen UnberĂŒhrbaren.â)
Sozial begrĂŒndete Kastendifferenzen gab es auch in Japan. Die rassistische Diskriminierung der Buraku, einer mit niederen und als unrein geltenden TĂ€tigkeiten beschĂ€ftigten Kaste, reicht bis ins 14. Jahrhundert zurĂŒck. Neben diesem nach innen gerichteten Rassismus gab es auch die nach auĂen gerichtete rassistische Diskriminierung der Ainu. Sowohl auf die Buraku als auch auf die Ainu wurde spĂ€ter der von den EuropĂ€ern entlehnte Rassenbegriff angewandt und so, wie Richard Siddle, Michael Weiner und andere gezeigt haben, deren auf Kastendenken und Kulturchauvinismus gestĂŒtzte Diskriminierung ĂŒbernommen.
Mittelalter
Der Proto-Rassismus des europĂ€ischen Mittelalters ist widersprĂŒchlich. Einmal ist es die Zeit eines umkĂ€mpften Bildes vom Afrikaner, zu dem Peter Martin Material zusammengetragen hat, das auch Wolfram von Eschenbachs schöne, schwarze Königin Belakane und den schwarzen, moslemischen Teufeln des Rolandsliedes zeigt. SpĂ€ter treten mit den judenfeindlichen Pogromen wĂ€hrend des ersten Kreuzzuges und der groĂen Pest Ideologien und Praktiken der Ausgrenzung und Vernichtung zutage, die fĂŒr LĂ©on Poliakov und andere zur Geschichte des Antisemitismus und Rassismus gehören. Entgegenhalten lĂ€sst sich dem allerdings, dass die Ablehnung der Juden (siehe Antijudaismus) und Muslime sich vornehmlich religiös artikulierte.
Eine ausgeprĂ€gte Manifestation des Hautfarbenrassismus (Abwertung anderer wegen ihrer Hautfarbe) findet sich in der Zeit des Mittelalters in der arabischen Welt.cite-ref-81[81] Als ErklĂ€rung musste die Sonneneinstrahlung herhalten, die Kinder wĂŒrden dadurch im Mutterleib zu lange gekocht, wie ein anonymer Autor im Irak im 10. Jahrhundert schrieb: âso dass das Kind zwischen Schwarz und dunkel gerĂ€t, zwischen ĂŒbelriechend und stinkend, kraushaarig, mit unebenmĂ€Ăigen Gliedern, mangelhaftem Verstand und verkommenen Leidenschaften, wie etwa die Zanj [d. h. Ostafrikaner], die Ăthiopier und andere Schwarze, die ihnen Ă€hnelnâ.cite-ref-82[82] Ebenfalls im 10. Jahrhundert bemerkt der 946 in Jerusalem geborene Geograph Al-Maqdisi: âEs gibt bei ihnen keine Ehen: das Kind kennt seinen Vater nicht; und sie essen Menschen [...] Was die Zanj angeht, so sind es Menschen von schwarzer Farbe, flachen Nasen [...] und geringem Verstand oder Intelligenzâ.cite-ref-83[83] Auch die berĂŒhmtesten Gelehrten der arabischen und persischen Welt vertraten die Auffassung von der Minderwertigkeit der Schwarzen, so beispielsweise der persische Arzt Ibn Sina (Avicenna), der jĂŒdisch-andalusische Philosoph Mosche ben Maimon (Maimonides), Saâid al-Andalusi aus Toledo, welcher die angenommene Minderwertigkeit der Schwarzen auf zu starke Sonneneinwirkung zurĂŒckfĂŒhrte,cite-ref-84[84] und Ibn ChaldĆ«n, welcher die angenommene Minderwertigkeit der Schwarzafrikaner zur Legitimation des ausgeprĂ€gten Sklavenhandels und Sklavenraubs, den die Araber in Subsahara-Afrika unternahmen, heranzog: âDaher sind in der Regel die schwarzen Völker der Sklaverei unterwĂŒrfig, denn [sie] haben wenig Menschliches an sich und haben Eigenschaften, die ganz Ă€hnlich denen von stummen Tieren sind, wie wir festgestellt haben [...]âcite-ref-85[85] â[...] sie haben die Angewohnheiten von Tieren, nicht von Menschen und essen einander aufâ.cite-ref-86[86] Die Konsequenzen waren beispielsweise, dass weiĂe Sklavinnen teurer waren als schwarze sowie dass die Aufstiegsmöglichkeiten fĂŒr schwarze Sklaven geringer waren als fĂŒr weiĂe,cite-ref-87[87] obgleich aus Sicht des islamischen Rechts die Grundlage fĂŒr die Versklavung in beiden FĂ€llen gleich war (nĂ€mlich der Unglaube).
Neuzeit bis zum Zeitalter des Imperialismus
Reconquista und Conquista
Das Jahr 1492 gilt mit der europĂ€ischen Entdeckung Amerikas und dem Alhambra-Edikt als Symbol fĂŒr eine Vermengung und Ăberlagerung unterschiedlicher praktischer und ideologischer Formen von Diskriminierung.
Norman Roth und andere haben gezeigt, wie der Antisemitismus durch die Idee von der âReinheit des Blutesâ (spanisch limpieza de sangre) in der Politik gegenĂŒber den Juden seine moderne Form anzunehmen begann. Mit der Frage nach der Blutsreinheit und der Herkunft wurde bis zu einem Sechzehntelanteil â also ĂŒber vier Generationen â angeblich jĂŒdischen Blutes geforscht. Es galt sogar als gefĂ€hrlich, christliche Kinder von Ammen aus konvertierten Familien stillen zu lassen, weil sich deren Milch angeblich schĂ€dlich auswirken könne.
Erste Begegnungen der Seefahrer aus Spanien 1492 mit dem indigenen Volk der Arawak verliefen friedlich. In seinem Logbuch betrachtete sie Christoph Kolumbus aber bereits zu diesem Zeitpunkt als zukĂŒnftige Untertanen oder gar als Sklaven.cite-ref-the-voyage-of-christopher-columbus-88-0[88] Die Eroberung Amerikas hatte mit der massenweisen Versklavung und dem Genozidcite-ref-89[89] an den Indianern, der nach Jared Diamond jedoch vor allem durch eingeschleuste Seuchen erfolgte,cite-ref-90[90] und dem anschlieĂenden âErsatzâ durch Verschleppung afrikanischer Sklaven gleich zwei rassistische Dimensionen. In der Auseinandersetzung zwischen BartolomĂ© de Las Casas und Juan GinĂ©s de SepĂșlveda ĂŒber die Frage, ob die indigene Bevölkerung des spĂ€teren Amerika Menschen seien und wie sie behandelt werden mĂŒssten, wurde auf den von Aristoteles geprĂ€gten Begriff des Barbaren zurĂŒckgegriffen. Andererseits begann sich aufgrund der Herausbildung einer vielfĂ€ltig gemischten Gesellschaft ein an Hautfarben orientiertes Kastensystem zu entwickeln, das zahlreiche Schattierungen kannte. Imanuel Geiss hat eine der gĂ€ngigen Unterteilungen dokumentiert:
âAus Spanier und Indianerin entsteht Mestize. Aus Spanier und Mestizin entsteht Kastize. Aus Kastize und Spanierin entsteht Spanier. Aus Spanier und Negerin entsteht Mulatte. Aus Spanier und Mulattin entsteht Morisco. Aus Spanier und Morisca entsteht Albino. Aus Spanier und Albina entsteht Torna Atras. Aus Indianer und Negerin entsteht Lobo. Aus Indianer und Mestizin entsteht Coyote. Aus Lobo und Indianerin entsteht Chino. Aus Chino und Negerin entsteht Cambuxo. Aus Cambuxo und Indianerin entsteht Tente en el aire. Aus Tente en el aire und Mulattin entsteht Albarasado. Aus Albarasado und Indianerin entsteht Varsino. Aus Varsino und Cambuxa entsteht Campamulatte.â
Colin Tatz, Direktor des Centre for Comparative Genocide Studies in Sydney, erlĂ€utert in diesem Zusammenhang, dass dieser sogenannte Rassismus ohne Rassen kein neues, sondern ein altes Konzept ist. Den europĂ€ischen Kolonialherren in Amerika stand der Rassenbegriff noch nicht zur VerfĂŒgung. Sie bedienten sich zur Legitimation ihres Vorgehens der ĂŒberkommenen kulturalistischen Vorstellung von Barbaren als minderwertigen Menschen.
Amerika
â
Hauptartikel
:
Rassismus in den Vereinigten Staaten
Im Zuge der Besiedelung Amerikas kamen weitere rassistische Aspekte zum Ausdruck: als Eroberung mit ausgrenzenden Folgen fĂŒr die Indianer, als transatlantische Sklaverei und als Machtkampf um die Teilhabe an einer postulierten weiĂen Vorherrschaft.
Sklaverei
â
Hauptartikel
:
Geschichte der Sklaverei in Nord- und SĂŒdamerika
â
Hauptartikel
:
Sklaverei in den Vereinigten Staaten
Die europÀische Kolonisierung Amerikas ab dem 16. Jahrhundert ging mit Massenversklavungen und dem atlantischen Sklavenhandel einher, durch die Afrikaner in alle Teile Amerikas verschleppt und als billige ArbeitskrÀfte eingesetzt wurden: in britischen, niederlÀndischen, französischen und spanischen Kolonien (spÀter USA, Brasilien und die europÀischen Kolonien in der Karibik).cite-ref-91[91]
Sklaverei existierte auch bei den Indianern Nordamerikas, jedoch nicht in allgemeiner Verbreitung. ZunĂ€chst nutzten sie wie die EuropĂ€er zur Legitimation ihres Vorgehens ĂŒberkommene Vorstellungen ĂŒber die in Kriegen Unterlegenen, und die Gouverneure der Kolonien versuchten eine Aversion zwischen Indianern und Schwarzen zu schĂŒren, um Kooperation oder Kollusion zu verhindern. WĂ€hrend z. B. die Seminolen entflohenen afroamerikanischen Sklaven Zuflucht gewĂ€hrten (Schwarze Seminolen), fĂŒhrten etwa die Cherokee nach ihrer versuchten Anpassung an die Gesellschaft der europĂ€ischen Einwanderer (siehe FĂŒnf Zivilisierte StĂ€mme) ebenfalls die Sklaverei ein und betrieben sie in Ă€hnlicher HĂ€rte wie die europĂ€ischen bzw. US-amerikanischen Sklavenbesitzer.cite-ref-92[92]cite-ref-93[93]cite-ref-94[94]
Die transatlantische Sklaverei war ein System, das neben seinem ökonomischen KalkĂŒl den âsozialen Todâ der Sklaven bezweckte. Laut Orlando Pattersons Analyse liegt der Kern rassistischer Diskriminierung in der Zerstörung der sozialen und kulturellen IdentitĂ€t derer, die ihr unterworfen sind bzw. werden. SchĂ€tzungen ĂŒber die Anzahl der Betroffenen schwanken zwischen 11 Millionen und 15 Millionen. Die wichtigsten europĂ€isch geprĂ€gten Betreiber dieser Politik waren im 18. Jahrhundert (laut Zahlen, die Albert Wirz wiedergab): â1. England mit einem Anteil von 41,3 %, 2. Portugal (29,3 %), 3. Frankreich (19,2 %), 4. Holland (5,7 %), 5. Brit. Nordamerika/USA (3,2 %), 6. DĂ€nemark (1,2 %), 7. Schweden und Brandenburg (0,1 %).â
Ab dem 17. Jahrhundert entwickelte sich der Besitz von Sklaven neben dem Landbesitz zu einem zentralen Statusmerkmal.cite-ref-95[95] Die Sklavenfrage entzweite in den USA zunehmend die SĂŒd- von den Nordstaaten. In den Nordstaaten setzte die Industrialisierung ein und die Anzahl der Sklaven nahm langsam ab,cite-ref-96[96] wĂ€hrend die Besitzer der riesigen Reis- und Baumwollplantagen in den SĂŒdstaaten weiterhin Sklaverei in wachsendem AusmaĂ betrieben. In der viel beachteten PrĂ€ambel zur UnabhĂ€ngigkeitserklĂ€rung hatte Thomas Jefferson das Leben, die Freiheit und das Streben nach GlĂŒck zum unverĂ€uĂerlichen Menschenrecht erklĂ€rt. Die Sklaverei geriet (obwohl sie dort nicht direkt angesprochen wurde) unter Rechtfertigungsdruck.cite-ref-97[97]
Anfangs wurde die Sklaverei ĂŒberwiegend mit religiösen und philosophischen ErwĂ€gungen verteidigt; spĂ€ter verwendeten BefĂŒrworter ĂŒberwiegend âwissenschaftlicheâ Rechtfertigungen. Zum Beispiel wurden unterstellte biologische Unterschiede wie etwa eine andere Blutfarbe oder die angeblich kleineren Gehirne von Schwarzen als Beweis(e) fĂŒr die Unterlegenheit der schwarzen âRasseâ gewertet. Auch statistische und psychologische Argumente wurden verwendet, wie z. B. die Behauptung, dass Geisteskrankheiten unter Sklaven viel seltener sind als unter freien Schwarzen. âDrapetomanieâ (der Wunsch wegzulaufen) wurde als eine psychiatrische Diagnose erfunden.cite-ref-98[98] Solche Rassismen (wissenschaftlicher Rassismus), die angebliche Erkenntnisse aus den Natur- und Sozialwissenschaften heranziehen, um rassistische Praktiken zu begrĂŒnden und zu rechtfertigen, nahmen nach der Abschaffung der Sklaverei noch deutlich zu.cite-ref-99[99]
Der Rassismus entwickelte sich unterschiedlich, die Bewegung zur Abschaffung der Sklaverei (siehe Abolitionismus) hatte in den Nordstaaten stĂ€rkeren Zulauf als in den SĂŒdstaaten. Auch nach der formalen Abschaffung der Sklaverei unter Abraham Lincoln existierten jedoch noch weiterhin Probleme des Rassismus, und noch bis ins 20. Jahrhundert wurde von einigen Historikern die These vertreten, dass die Sklaverei fĂŒr Schwarze zu ihrer Zivilisierung nötig sei.
WeiĂe Vorherrschaft
Siehe auch
:
White Supremacy
Im 17. Jahrhundert war der Rassismus unter den weiĂen Bediensteten, die Ă€hnliche Arbeiten verrichteten, in den Kolonien noch kaum ausgebreitet. Der Historiker Kenneth M. Stampp, Verfasser mehrerer Standardwerke zur Sklavereigeschichte, beurteilte die schwarzen und weiĂen Arbeiter allgemein als âbemerkenswert uninteressiert an den sichtbaren Unterschiedenâ.cite-ref-whiteservants-100-0[100] Dies sorgte fĂŒr Unbehagen bei den Besitzern, und es wurde als GegenmaĂnahme z. B. in Virginia 1691 ein Gesetz zum Verbot von Ehen zwischen WeiĂen und Schwarzen oder Indianern erlassen.cite-ref-whiteservants-100-1[100] Teils halfen die weiĂen Arbeiter auch den schwarzen Sklaven bei Widerstandsaktionen. Ab dem 18. Jahrhundert nahmen mit dem Anwachsen der rasseneingeteilten Sklaverei und dem Einsetzen der weiĂen Arbeiter als deren bezahlte Aufseher der Rassismus zu und die Rebellionen von weiĂen Bediensteten ab.cite-ref-101[101]
Das System der White Supremacy nahm in Amerika unterschiedliche Formen an, die jeweils WeiĂsein als zentrale Norm der Teilhabe an politischen Rechten und sozialen Entfaltungsmöglichkeiten setzten.cite-ref-102[102] In Brasilien schlug sie sich unter anderem in der Politik des branqueamento nieder, mit der die âweiĂenâ Brasilianer die âbrasilianische Rasseâ verbessern und durch Zumischung von mit Hilfe von europĂ€ischen Einwanderern importierten âweiĂen Blutesâ das âschwarze Elementâ in der brasilianischen Bevölkerung bis zum Jahre 2012 zum Verschwinden bringen wollten. Brasilien gilt auch als extremes Beispiel fĂŒr die âsoziale Konstruktionâ von Rasse, wo eine direkte Zuweisung von Hautfarbe und sozialem Erfolg (bis heute) der Fall ist und sich bei einer Person der soziale Aufstieg auch in der Einordnung in eine âweiĂereâ Farbklasse widerspiegelt.cite-ref-103[103]
In den USA kam die White Supremacy nicht nur in der Politik der Rassentrennung zum Ausdruck, sondern Ă€uĂerte sich auch als Verdacht ungenĂŒgender âWeiĂheitâ gegenĂŒber verschiedenen europĂ€ischen Einwanderergruppen. Karen Brodkin hat fĂŒr die Juden und Noel Ignatiev fĂŒr die Iren beschrieben, wie diese in langwierigen und schmerzhaften Prozessen âweiĂ werdenâ beziehungsweise Anteil an der lokalen FĂŒhrungsschicht erlangen konnten. Die irischstĂ€mmigen Amerikaner hĂ€tten ihre âWeiĂeâ in einem rassistischen Qualifikationsprozess, das heiĂt durch teilweise gewalttĂ€tige wie gehĂ€ssige Absetzbewegungen von anderen Minderheiten, ĂŒberhaupt erst errungen.
Umgekehrt stellte der Anthropologe John Ogbu die umstrittene These vom âacting whiteâ (weiĂ agieren oder auch schauspielern) auf, nach der die schwarze Minderheit (ehemaliger Sklaven) in den USA einen als kastenartig beschriebenen internen Zusammenhalt aufweise und dadurch Schwarzen selber den Aufstieg verwehre.
Vertreter der Black Supremacy (englisch fĂŒr âschwarze Vorherrschaftâ, âĂberlegenheit der Schwarzenâ), Ideologien, die insbesondere in den 1920er Jahren und 1960er Jahren eine Ăberlegenheit schwarzer Menschen gegenĂŒber nicht-schwarzen Menschen propagierten, sehen in ihr eine Antwort auf und einen Gegenbegriff zu White Supremacy.cite-ref-02-104-0[104]
Imperialismus
Im Zeitalter des Imperialismus lieĂ Leopold von Belgien eine Schreckensherrschaft (KongogrĂ€uel) im Kongo errichten. In Australien fĂŒhrte der Rassismus der Arbeiterbewegung zur exklusiven âweiĂenâ StaatsgrĂŒndung unter dem Motto âWhite Australiaâ. In Ostasien fiel das europĂ€ische Vorbild auf fruchtbaren Boden und lieĂ Japan sich als Hoffnung der nichtweiĂen Rassen prĂ€sentieren. in den USA wurde die Ideologie des manifest destiny auf imperiale Politik ĂŒbertragen und als Zivilisationsmission ausgegeben.
Mit dem stÀrkeren Nachwandern von britischen und europÀischen Frauen und nach dem Sepoyaufstand wurden die Angloinder von Briten wie Indern stÀrker separiert und gemieden und spielen bis in die Gegenwart als Anglo-Indian eine besondere Rolle.
Yamato-Rasse in Japan
Die Modernisierung der Meiji-Zeit fĂŒhrte in Japan auch zur Entwicklung imperialistischer Ambitionen, die unter anderem im Ersten Japanisch-Chinesischen Krieg und im Russisch-Japanischen Krieg umgesetzt wurden. Unter der Parole âAsien den Asiaten!â bediente man sich dabei einerseits einer ideologischen Umkehrung des europĂ€isch-amerikanischen Stereotyps von der âGelben Gefahrâ und warnte die asiatische Staatengemeinschaft vor der âweiĂen Gefahrâ. Andererseits wurde die eigene aggressive und expansionistische Kolonialpolitik mit rassistischem Paternalismus legitimiert. Danach sollte sich die asiatische Bevölkerung aus den âfĂŒnf Rassenâ der Japaner, Chinesen, Koreaner, Mandschu und Mongolen zusammensetzen, von denen die japanische âYamato-Rasseâ am weitesten entwickelt und am fortschrittlichsten und deswegen berufen wĂ€re, die anderen zu erleuchten, kulturell und moralisch zu vervollkommnen und vor allem zu fĂŒhren. Bis heute werden â so Jared Diamond â in Japan Untersuchungen, nach denen mit gewisser Wahrscheinlichkeit die Japaner selber hauptsĂ€chlich von koreanischen Einwanderern abstammen, nicht ohne WiderstĂ€nde zur Kenntnis genommen.
Als der von Japan bei den Friedensverhandlungen von Versailles eingebrachte Vorschlag einer ErklĂ€rung zur Gleichberechtigung der Rassen trotz mehrheitlicher Zustimmung zurĂŒckgewiesen wurde, verstĂ€rkte dieses seine imperialistischen Anstrengungen im pazifischen Raum.cite-ref-105[105] Die sich zuspitzenden WidersprĂŒche zwischen den japanischen und den Ambitionen Englands und der USA fĂŒhrten schlieĂlich zu der als âRassenkriegâ gefĂŒhrten militĂ€rischen Auseinandersetzung, die John Dower, Gerald Horne und andere beschrieben haben.
Historisch gesehen gab es in Japan stets eine Diskriminierung der Buraku. Noch heute werden viele Menschen der Minderheit der Buraku in Japan diskriminiert. Obwohl sie sich weder in Religion, Sitten noch im Aussehen merklich von anderen Japanern unterscheiden, galten sie als eigene Rasse. Sie wurden teilweise sogar als Hinin (éäșș, âNicht-Menschenâ) bezeichnet. Sie mussten in bestimmten Ortschaften leben, ihre Kinder durften keine normalen Schulen besuchen und sie durften nur als unrein betrachtete Berufe wie den des TotengrĂ€bers ausĂŒben. Im Jahre 1871 wurden die Buraku den anderen Japanern rechtlich gleichgestellt. Noch heute haben die Buraku mit Diskriminierung zu kĂ€mpfen. Da auch der Familienname Auskunft ĂŒber die Herkunft geben kann, ist es den Nachfahren der Burakumin seit einigen Jahren erlaubt, ihren Namen zu Ă€ndern.
Deutscher Sprachraum
Deutscher Bund (1815â1870)
AnsÀtze rassistischer Theoriebildung gab es in Deutschland bereits in der ersten HÀlfte des 19. Jahrhunderts, die unter anderem von Ernst Moritz Arndt und Friedrich Ludwig Jahncite-ref-106[106] rezipiert wurden.
Deutsches Kaiserreich (1871â1918)
Ab 1884 beteiligte sich Deutschland mit dem Erwerb der deutschen Kolonien und Schutzgebiete am Imperialismus und Kolonialismus. Auch in Deutschland berief man sich auf die angebliche Ăberlegenheit der NordeuropĂ€er.
Das wirtschaftlich und militĂ€risch erstarkte Deutschland widmete sich zunehmend der Weltpolitik. Unter dem Einfluss der um die Jahrhundertwende aufkommenden Alldeutschen Bewegung und Völkischen Bewegung erstarkte der Antisemitismus und Antislawismus. Die Idee vom Lebensraum im Osten zulasten âminderwertigerâ Völker wurde geboren.
Seit den Teilungen Polens lebten im deutschen Kaiserreich auch zahlreiche Polen. Ab 1880 betrieb das Deutsche Reich im geteilten Polen eine verschĂ€rfte Germanisierungspolitik, durch die Schaffung der âPreuĂischen Ansiedlungskommissionâ sollten laut Bismarck deutsche Neuansiedler einen âlebendigen Wall gegen die slawische Flutâ bilden.cite-ref-107[107] Im Laufe der Industrialisierung setzten die ostelbischen GroĂgrundbesitzer viele polnische Arbeiter ein, die als minderwertige Slawen angesehen und diskriminiert wurden.cite-ref-108[108] Die im Bergbau tĂ€tigen Ruhrpolen galten als âLohndrĂŒcker und Einschlepper von Krankheitenâ und unterlagen kommunalen PolenĂŒberwachungsstellen.cite-ref-109[109]
1899 wurde die âReichszentrale zur BekĂ€mpfung des Zigeunerunwesensâ, kurz âZigeunerzentraleâ, in MĂŒnchen zur polizeilichen Erfassung von Roma, Sinti und Anderen, die als âZigeunerâ oder âJenischeâ als ânach Zigeunerart umherziehende Personenâ bezeichnet wurden, gegrĂŒndet. Sie wurden systematisch diskriminiert, durch Sondergesetze kriminalisiert und unabhĂ€ngig von Straftaten sukzessive erkennungsdienstlich erfasst.
â
Hauptartikel
:
Zigeunerzentrale
1900 kam es in China zum Boxeraufstand gegen die KolonialmĂ€chte. Diese schlugen den Aufstand unter deutscher Beteiligung in einer brutalen Art der KriegsfĂŒhrung auch gegen die Zivilbevölkerung nieder. Die âStrafexpeditionenâ, welche das deutsche Expeditionskorps ab September 1900 durchfĂŒhrte, waren in besonderer Weise von einem rassistischen Rachegedanken geleitet.
â
Hauptartikel
:
Boxeraufstand
Kaiser Wilhelm II. hatte den deutschen Soldaten auf den Weg gegeben, sie mögen den Namen Deutschland in China in einer solchen Weise bekannt werden lassen, âdass niemals wieder ein Chinese es wagt, etwa einen Deutschen auch nur scheel anzusehenâ. Diese sogenannte âHunnenredeâ wird rĂŒckblickend als brutaler Ausdruck âeines sozialdarwinistisch aufgeladenen Gesinnungsmilitarismusâ rezipiert. Der Sinologe Klaus MĂŒhlhahn entdeckte in Wilhelms Rede zahlreiche religiöse AusdrĂŒcke, die ihn veranlassten, den Boxerkrieg vor allem als einen Glaubenskrieg zu deuten.cite-ref-110[110]
â
Hauptartikel
:
Hunnenrede
Der Aufstand der Herero und Nama in Deutsch-SĂŒdwestafrika fĂŒhrte 1904 zum Völkermord an den Herero und Nama.cite-ref-111[111] Im Konzentrationslager Shark Island (Haifischinsel) wurden vereinzelt medizinische Menschenversuche an HĂ€ftlingen durchgefĂŒhrt. LeichenprĂ€parate von Gefangenen wurden auch zur Rassenforschung nach Deutschland gesandt.cite-ref-112[112]cite-ref-113[113] Die deutsche Literatur der Zeit schwelgte in rassistischen Phantasien und forderte kurzen Prozess mit der âschwarzen Masseâ.cite-ref-114[114]
â
Hauptartikel
:
Völkermord an den Herero und Nama
Ab 1905 erfolgte in den Kolonien ein Verbot der âstandesamtlichen EheschlieĂung zwischen WeiĂen und Eingeborenenâ und auĂereheliche Sexualbeziehungen wurden von der Gesellschaft geĂ€chtet, um die âVerkafferungâ zu unterbinden. 1912 kam es zur Mischehendebatte im deutschen Reichstag.cite-ref-115[115] Die Verbote bestanden bis zum Verlust der Kolonien im Ersten Weltkrieg weiter.
WĂ€hrend des Ersten Weltkriegs kĂ€mpften hunderttausende Afrikaner, Inder und Angehörige anderer Nationen im Dienste ihrer KolonialmĂ€chte England (z. B. Gurkha) und Frankreich (z. B. Tirailleurs sĂ©nĂ©galais) auf dem westeuropĂ€ischen Kriegsschauplatz. In der deutschen Presse wurden in den Kriegsjahren von 1914â1918 diese afrikanischen und asiatischen Soldaten als besonders bestialische und lĂŒsterne KĂ€mpfer dargestellt.cite-ref-116[116]
Wegen des wachsenden Antisemitismus im Offizierskorps verbunden mit dem Vorwurf des DrĂŒckebergertums an die Juden wurde 1916 die JudenzĂ€hlung im Deutschen Heer angeordnet.
Weimarer Republik (1918â1933)
In der Weimarer Republik â wie auch in Ăsterreich â wurden die Juden im Rahmen der DolchstoĂlegende als hinterhĂ€ltige Kriegsgewinnler dargestellt und es wurden jĂŒdische KriegsgrĂ€ber geschĂ€ndet. Als Gegenreaktion wurde der Reichsbund jĂŒdischer Frontsoldaten gegrĂŒndet. Rechtsradikale und völkische Gruppen riefen offen zum Mord an exponierten jĂŒdischen Politikern wie z. B. dem AuĂenminister Walter Rathenau auf und es kam zu zahlreichen Gewalttaten.
1920 verkĂŒndete die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei ihr 25-Punkte-Programm, das in den Punkten 4 bis 8 antisemitisch geprĂ€gt war. Die Deutsche Burschenschaft als Dachverband der deutschen und österreichischen Burschenschaften beschloss in Eisenach, den Rassestandpunkt einzufĂŒhren, so dass nur noch deutsche Studenten arischer Abstammung aufgenommen werden sollten.cite-ref-117[117]
Von 1923 bis 1945 gab Julius Streicher die antisemitische Wochenzeitung Der StĂŒrmer heraus. Ziel und Inhalt war die Diffamierung der Juden in Hetzartikeln.cite-ref-118[118]
Die Agitation gegen die Besetzung des Rheinlandes war nicht nur in den KampfblĂ€ttern der extrem rechten Parteien bzw. politischen Gruppierungen von ârassistischer Begleitmusikâ durchzogen. Anlass boten hier besonders die teilweise aus Afrika stammenden französischen Besatzungstruppen. Die in dieser Zeitspanne geborenen Kinder einiger schwarzer Soldaten und deutscher Frauen wurden als Schwarze Schmach und zum Teil als âGefahr fĂŒr die deutsche Rassenreinheitâ instrumentalisiert. Die betroffenen Kinder wurden als sogenannte âRheinlandbastardeâ spĂ€ter von den NS-Behörden erfasst und illegal zwangssterilisiert.cite-ref-119[119]
Siehe auch
:
Rheinlandbastard
Die neuen Musikrichtungen wie Swing und Jazz wurden von vielen Menschen speziell aus der völkischen Bewegung als undeutsch und âNegermusikâ angesehen und es kam zu hĂ€ufigen Störungen von Musikveranstaltungen wie der Oper Jonny spielt auf. 1930 veröffentlichte der thĂŒringische Volksbildungs- und Innenminister, der Nationalsozialist Wilhelm Frick, einen Erlass wider die Negerkultur fĂŒr deutsches Volkstum.cite-ref-120[120]
Nationalsozialismus (1933â1945)
â
Hauptartikel
:
Nationalsozialistische Rassenhygiene
Rassismus war ein Teil der Ideologie des Nationalsozialismus. Nach der sogenannten âRassenkundeâ postulierte die NS-Forschung die Existenz von Menschenrassen, die sie jeweils als unterschiedlich wertvoll ansahen und nach diesen Ansichten in eine Hierarchie einordneten. Sie teilten die gesamte Menschheit in drei Gruppen ein:
⹠kulturstiftende Rassen (die nordisch-arische Rasse, die sogenannte Herrenrasse, der z. B. die meisten Deutschen und NiederlÀnder zugeordnet wurden)
âą kulturtragende Rassen (denen beispielsweise die meisten Asiaten und Afrikaner zugeordnet wurden)
âą kulturzersetzende Rassen (denen z. B. Juden, Slawen, Zigeuner und Jenische bzw. âfahrendes Volkâ zugeordnet wurden)
Juden wurden dabei der semitischen Rasse zugerechnet. Die Umsetzung der Theorie fand sich in den entsprechenden NĂŒrnberger Rassengesetzen von 1935. Sie umfassten
âą das Gesetz zum Schutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre (RGBl. I S. 1146)cite-ref-blutschutz-121-0[121] â das sogenannte Blutschutzgesetz â und
âą das ReichsbĂŒrgergesetz (RGBl. I S. 1146).
âą Neben diesen beiden âRassengesetzenâ wird heute oft auch das Reichsflaggengesetz (RGBl. I S. 1145) unter dem Sammelbegriff âNĂŒrnberger Gesetzeâ gefasst, obwohl es zeitgenössisch nicht zu ihnen gezĂ€hlt wurde.cite-ref-122[122]
Als âhochwertigâ eingestufte Menschen konnten nur aus der ersten Gruppe der kulturstiftenden Rassen stammen. Sexueller Kontakt zwischen Menschen, die einer âhochwertigen Rasseâ und denen, die einer âminderwertigen Rasseâ zugeordnet wurden, wurde als âRassenschandeâ bezeichnet. Die Nationalsozialisten unterstellten bestimmten von ihnen definierten Gruppen, die wie Juden oder die von ihnen als âZigeunerâ Bezeichneten der Gruppe 3 zugerechnet wurden, dass sie âdie Herrenrasse zersetzenâ wollten. Daher mĂŒssten sie zum Schutz der sogenannten âVolksgemeinschaftâ vernichtet werden. Auch die Slawen galten als minderwertige Menschen (im Sprachgebrauch der Nationalsozialisten âUntermenschenâ) und wurden zur Gruppe 3 gerechnet.
Die theoretischen, pseudo-wissenschaftlichen und pseudo-juristischen Grundlagen lieferten neben Adolf Hitler selbst (Mein Kampfcite-ref-123[123]) primĂ€r die NS-Ideologen Alfred Rosenberg und Hans F. K. GĂŒnther, der Justizminister Otto Georg Thierack, der PrĂ€sident am Volksgerichtshof und Richter Roland Freisler und einige weitere, in zahlreichen Publikationen. Allerdings ist dabei zu bemerken, dass ihre Gedanken wohl zumeist auf Ă€lteren rassistischen Theorien aufbauten und der Rassismus bis 1933 in ganz Europa relativ stark verbreitet war. Alfred Rosenberg orientierte sich z. B. am Antisemitismus des AufklĂ€rungsphilosophen Johann Gottlieb Fichte. Neu war am NS-Rassismus, dass die Wissenschaftsfreiheit unter politischen Vorbehalt gestellt wurde.cite-ref-124[124] Unter den zahlreichen Rassetheoretikern des 19. und frĂŒhen 20. Jahrhunderts hatten der Franzose Arthur de Gobineau (1816â1882) mit dem Versuch ĂŒber die Ungleichheit der Menschenrassen und der britisch-deutsche Schriftsteller Houston Stewart Chamberlain (1855â1927) mit den Grundlagen des neunzehnten Jahrhunderts den stĂ€rksten Einfluss auf die nationalsozialistische Rassenideologie. Zu den Bewunderern Chamberlains gehörten Kaiser Wilhelm II., Rosenberg und Hitler, der Chamberlain 1923 in Bayreuth traf.cite-ref-125[125]
Die Opfer des NS-Rassismus wurden in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, zwangssterilisiert, deportiert und ermordet. Die gesamte Gesundheitsvorsorge, Sozialpolitik sowie die Bevölkerungspolitik wurden unter ârassischenâ Gesichtspunkten gleichgeschaltet, die auch die ZulĂ€ssigkeit von EheschlieĂungen bestimmten. Zu diesem Programm gehörten auch AhnenpĂ€sse. Der aufgrund dieser AhnenpĂ€sse zu fĂŒhrende Ariernachweis bzw. der âGroĂe Ariernachweisâ war Bedingung fĂŒr eine Karriere bei der SS. NS-Stellen verwendeten Eintragungen zu Geburten in alten KirchenbĂŒchern (mit ihnen lieĂen sich StammbĂ€ume verifizieren); die PfarrĂ€mter von Kirchengemeinden lieferten ihnen diese Informationen.
Eine direkte Folge des NS-Rassismus war der nationalsozialistische Völkermord an 5,6 bis 6,3 Millionen europÀischen Juden wÀhrend des Zweiten Weltkriegs, rund zwei Drittel aller damals lebenden europÀischen Juden.cite-ref-126[126]
Westliche Besatzungszonen und Bundesrepublik Deutschland (seit 1945)
1946 wurde die âZigeunerpolizeiâ bzw. âLandfahrerstelleâ in MĂŒnchen nach dem Vorbild der Reichszentrale zur BekĂ€mpfung des Zigeunerunwesens eingerichtet und im bayerischen Landeskriminalamt angesiedelt. Diese Behörde wurde 1970 wegen Grundgesetzwidrigkeit aufgelöst.
Der Bundesgerichtshof lehnte es 1956 ab, einem âZigeunermischlingâ EntschĂ€digung fĂŒr seine Zwangsumsiedlung im Jahre 1940 zu zahlen. Die von den Nationalsozialisten betriebene Ausgrenzungs- und Umsiedlungspolitik der âZigeunerâ sei nicht ârassischâ motiviert gewesen, sondern eine damals âĂŒbliche polizeiliche PrĂ€ventivmaĂnahmeâ zur âBekĂ€mpfung der Zigeunerplageâ. 2015 distanzierten sich Richter des BGH von der Urteilspraxis ihrer VorgĂ€nger, von denen viele bereits vor 1945 als Richter aktiv gewesen waren.cite-ref-127[127]
1950 wurde die Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EuropÀische Menschenrechtskonvention) des Europarates beschlossen. Die Vertragsstaaten vereinbarten ein Diskriminierungsverbot nach Rasse, Hautfarbe, Sprache und Religion (Artikel 14cite-ref-128[128] und 12. Protokoll).
Die Bundesrepublik trat dem Internationalen Ăbereinkommen zur Beseitigung jeder Form von Rassendiskriminierung (ICERD) einem Menschenrechtsabkommen der Vereinten Nationen bei, das 1969 in Kraft trat. Es richtet sich gegen jede rassistische Diskriminierung aufgrund von Rasse, Hautfarbe, Abstammung, nationaler und ethnischer Herkunft.
In den 1990er Jahren kam es in der Bundesrepublik Deutschland, vermehrt in den Neuen BundeslĂ€ndern, zu rassistisch motivierten Pogromen und AnschlĂ€gen. Die aufsehenerregendsten waren der Mordanschlag von Mölln, der Mordanschlag von Solingen 1993, die Ausschreitungen in Rostock-Lichtenhagen, die Ausschreitungen von Hoyerswerda, die Hetzjagd in Guben, der Mordanschlag auf den Angolaner Amadeu Antonio und die Magdeburger Himmelfahrtskrawalle. Viele dieser Ausschreitungen und Morde wurden von Jugendlichen oder jungen Erwachsenen verĂŒbt, die der sogenannten Neonaziszene zuzurechnen sind. Auch SachbeschĂ€digungen, die sich zum Beispiel gegen jĂŒdische Friedhöfe richten oder als rassistische Graffiti sichtbar werden, waren keine Ausnahme.cite-ref-129[129] Der sog. âAsylkompromissâ von 1992 schrĂ€nkte das Grundrecht auf Asyl ein.
VorfĂ€lle mit rassistischem Hintergrund waren zuvor in West-Deutschland nur vereinzelt öffentlich wahrgenommen worden, wie zum Beispiel die 1981 erfolgte Selbsttötung des elfjĂ€hrigen Tadesse Söhl, ĂŒber dessen BeweggrĂŒnde es erst infolge literarischer und filmischer Verarbeitung in den 1990er Jahren zur öffentlichen Diskussion kam.
Laut einem Bericht der Bundeszentrale fĂŒr Politische Bildung ĂŒber rassistische Vorurteile, geschrieben von Werner Bergmann, gab es von 1990 bis 2003 mehr als 100 Todesopfer rechtsextremer Gewalt in der Bundesrepublik Deutschland. Im Bericht wird erwĂ€hnt, dass in der Vergangenheit der Europarat und die Vereinten Nationen mehrmals Kritik am Vorgehen der deutschen Polizei gegenĂŒber AuslĂ€ndern geĂŒbt hĂ€tten. Einem Bericht der EuropĂ€ischen Kommission gegen Rassismus und Intoleranz (ECRI) von 2003 zufolge sind âSchwarzeâ als eine âĂ€uĂerlich erkennbare Minderheitâ in Deutschland besonders von Rassismus betroffen.cite-ref-130[130]cite-ref-131[131] Das Bundesamt fĂŒr Verfassungsschutz zĂ€hlt in seinem Bericht ĂŒber das Jahr 2005 insgesamt 355 Straftaten mit fremdenfeindlichen und 49 Straftaten mit antisemitischen Motiven auf.cite-ref-132[132]
In den Jahren 2000 bis 2006 wurden vermutlich durch den rechtsterroristischen Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) zahlreiche völkisch-rassistisch motivierte Morde und BombenanschlĂ€ge begangen. Zwölf parlamentarische UntersuchungsausschĂŒsse und ein Gerichtsprozess haben seitdem versucht, die einhergehenden zahlreichen Ermittlungsfehler zu klĂ€ren.
â
Hauptartikel
:
NSU-Mordserie
Anhand der von Thilo Sarrazin mit abwertenden Aussagen zu TĂŒrken und Arabern in den Jahren 2009 (Interview in Lettre International) und 2010 (Deutschland schafft sich ab) ausgelösten und teilweise rassistisch gefĂŒhrten Migrationsdebatte zeigten die ICERD-RĂŒge der Vereinten Nationen und der 5.ECRI-PrĂŒfbericht des Europarates den mangelhaften Schutz vor Diskriminierung und Hassreden in Deutschland auf. Die Bundesregierung versprach eine Untersuchung.cite-ref-133[133]cite-ref-134[134]
Die Leiterin des Netzwerks âSchule ohne Rassismus â Schule mit Courageâ Sanem Kleff Ă€uĂerte Mitte MĂ€rz 2018 in einem Interview, dass zwar entsprechende Zahlen im Zusammenhang mit der AusĂŒbung körperlicher Gewalt zurĂŒckgingen, verbale Angriffe an deutschen Schulen jedoch massiv zunĂ€hmen.cite-ref-135[135]
Der Sozialwissenschaftler Johannes Zuber kam in seiner 2015 veröffentlichten Studie zu dem Schluss, dass der gegenwĂ€rtige Rassismus in Deutschland kein RandphĂ€nomen darstelle, wie dies Politik und gesellschaftliche Eliten ĂŒberwiegend behaupteten, sondern wieder ein Bestandteil des Lebensalltags in der deutschen Gesellschaft sei. Die biologistisch-rassistische Ideologie bleibe der theoretische Mittelpunkt abwertender, ausgrenzender sowie diskriminierender Praktiken und Verhaltensweisen. Erschreckend dabei scheinen aus heutiger Perspektive die tiefen Wurzeln, die biologistisch-rassistische sowie partiell nationalsozialistische und eugenische Theoreme in der deutschen Gesellschaft aufweisen.cite-ref-136[136]
Ăsterreich
Zwischen 1848 und 1868 wurden im Kaiserreich Ăsterreich viele vorher geltende diskriminierende Regelungen gegenĂŒber Juden in Ăsterreich aufgehoben. Die im Reichsteil Cisleithanien agierende Christlichsoziale Partei (CS) und ihre VorlĂ€ufer waren offen antisemitisch und machten die Juden, die sie als Vertreter des Finanzkapitals erachtete, fĂŒr die wirtschaftliche Misere in Ăsterreich nach dem Börsenkrach 1873 verantwortlich. Die wichtigste Figur der Partei war Karl Lueger. Bis in die 1890er-Jahre trugen die Wahlvereinigungen um Lueger noch Bezeichnungen wie âAntisemiten und Christlichsozialeâ oder nur âAntisemitenâ.cite-ref-137[137] Lueger war von 1897 bis 1910 Wiener BĂŒrgermeister. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts machten Juden immerhin rund 4,5 Prozent der Gesamtbevölkerung von Ăsterreich-Ungarn aus.
Die Historikerin Brigitte Hamann urteilte ĂŒber Luegers Antisemitismus:
âPolitisch ist es bedeutungslos, ob und wie viele jĂŒdische Freunde Lueger privat gehabt haben mag. Von Bedeutung allein ist die Wirkung seiner aufhetzenden Reden â und diese war verheerend. [âŠ] Auch wenn kein Jude ermordet wurde, verrohten die Menschen, die von ihrem verehrten Idol in alten Vorurteilen bestĂ€tigt wurden.âcite-ref-138[138]
Die CS trat auch in der Ersten Republik gegen die âVorherrschaft des Judentumsâ auf und war offen antisemitisch.cite-ref-139[139] Die Haltung der austrofaschistischen Regierung von 1933/34 bis 1938 zur jĂŒdischen Gemeinde in Ăsterreich war dagegen zwiespĂ€ltig. Einerseits wurden keine antijĂŒdischen Gesetze erlassen, und jĂŒdische BĂŒrger konnten problemlos der VaterlĂ€ndischen Front beitreten und sich in ihr betĂ€tigen. Andererseits unternahm das Regime keinerlei ernsthafte Anstrengungen, um die Juden in Ăsterreich vor Ăbergriffen der Bevölkerung zu schĂŒtzen.cite-ref-140[140]
Unmittelbar nach dem Anschluss Ăsterreichs an den NS-Staat kam es in den Wochen nach dem 12. MĂ€rz 1938 zu pogromartigen Ausschreitungen gegen Juden und deren Eigentum. Mit UnterstĂŒtzung der NSBO und nationalsozialistischer Mittelstandsorganisationen setzte ein regelrechter Arisierungswettlauf ein. Tausende von österreichischen Nationalsozialisten und deren MitlĂ€ufer nisteten sich im rechtsfreien Raum als kommissarische Verwalter in jĂŒdischen GeschĂ€ften und Betrieben ein und konfiszierten gegen unleserliche Quittungen eigenmĂ€chtig Vermögen jĂŒdischer BĂŒrger.cite-ref-141[141]
SĂŒdkorea
â
Hauptartikel
:
Rassismus in SĂŒdkorea
Rassismus in SĂŒdkorea wurde, insbesondere in den sĂŒdkoreanischen Medien, als ein weit verbreitetes gesellschaftliches Problem anerkannt.cite-ref-park2-142-0[142] Zeitungen haben hĂ€ufig ĂŒber die Diskriminierung von Einwanderern berichtet und sie kritisiert, z. B. in Form von Unterschreitung des Mindestlohns, Einbehaltung von Löhnen, unsicheren Arbeitsbedingungen, körperlichem Missbrauch oder allgemeiner Verunglimpfung.cite-ref-park2-142-1[142]
Allgemeine gegenwÀrtige Erscheinungen
In den deutschsprachigen LĂ€ndern wird bisweilen angenommen, dass Rassismus zumeist in Form von Fremdenfeindlichkeit bzw. Xenophobie (von griechisch ÎŸÎ”ÎœÎżÏÎżÎČία âFurcht vor dem Fremdenâ, von ΟÎÎœÎżÏ xĂ©nos âfremdâ, âFremderâ und ÏÎżÎČία phobĂa âFurchtâ) auftritt. Allerdings sind Rassismus und Xenophobie nicht einfach gleichzusetzen. Der Sozialwissenschaftler Dieter Staas weist darauf hin, dass Fremdenfeindlichkeit rassistisch motiviert sein kann, es aber nicht muss: Wenn zwei soziale Gruppen miteinander um Ressourcen konkurrieren oder miteinander schlechte Erfahrungen gemacht haben, stehen sie sich oft feindlich gegenĂŒber, ohne den anderen rassistisch abzuwerten. Eine klare Trennung der Begriffe sei aber nur analytisch möglich, in der RealitĂ€t enthalte Fremdenfeindlichkeit hĂ€ufig rassistische Elemente.cite-ref-143[143] Der Historiker Georg Kreis sieht ebenfalls keine scharfen Grenzen zwischen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit: Aus der Opfersicht sei es wenig bedeutsam, welcher analytischen Kategorie eine Tat zugeschrieben werden. Beide Diskriminierungsformen gingen ineinander ĂŒber.cite-ref-144[144]
Rassismus wird oft nicht als solcher, sondern als Fremdenfeindlichkeit wahrgenommen. Diese Annahme wird unterstĂŒtzt durch Untersuchungen in der Schweiz, wo aufgrund einer Studie der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus anzunehmen ist, dass Rassismus im engeren Sinne in der Schweiz sehr viel weiter verbreitet ist als ursprĂŒnglich angenommen.cite-ref-145[145] So sind Schwarze trotz Assimilierung, Integration und EinbĂŒrgerung auch nach Jahrzehnten gesellschaftlich marginalisiert und werden, teilweise sogar unter eindeutiger Nennung der Hautfarbe als abwertender Faktor, bei Bewerbungen zurĂŒckgewiesen. Auch in Deutschland gilt Rassismus auf dem Arbeitsmarkt, in Berufsschulen, in Behörden, auf dem Wohnungsmarkt oder im öffentlichen Raum als weit verbreitetes PhĂ€nomen, das eine gesellschaftliche Teilhabe der Betroffenen deutlich erschwert.cite-ref-146[146]
Laut der österreichischen Kulturanthropologin Christa Markom wird der Begriff Xenophobie in der sozialwissenschaftlichen Forschung abgelehnt, da er mit dem Wortbestandteil -phobie Rassismus verharmlose oder legitimiere, ganz als ob Rassisten nur von Furcht geleitet und somit nicht Herr ihrer Handlungen wÀren.cite-ref-147[147]
In der Rassismusforschung wird vermehrt darauf hingewiesen, dass Rassismus kein individuelles Problem ist, sondern dass rassistisches Wissen von gesellschaftlichen Diskursen bestimmt werde. Nach Arndt ist Rassismus âan gesellschaftliche Gegebenheiten geknĂŒpft, die sehr widerstandsfĂ€hig und resistent, vielleicht sogar irreparabel sind.â Das bedeutet, dass Rassismus â(k)ein individuelles Problemâ ist und deshalb âauch nicht individuell bewĂ€ltigbarâ ist. Dazu gehöre es auch, âsich bewusst zu machen, dass durch die OmniprĂ€senz des Rassismus in Vergangenheit und Gegenwart sozialpolitische IdentitĂ€ten gewachsen sind â dass das HerzstĂŒck des Rassismus die Konstruktion und Hierarchisierung von Schwarzen und WeiĂen ist.â Arndt beschreibt die gesellschaftlichen Aspekte dieser Konstruktionen: âIn der vom Rassismus geprĂ€gten Sozialisation wurden diese Konstrukte vermittelt und globalen Macht- und HerrschaftsverhĂ€ltnissen zugrunde gelegt. Eine RealitĂ€t soziopolitischer IdentitĂ€ten wurde geschaffen. Wir werden nicht als Schwarze oder WeiĂe geboren, sondern zu diesen gemacht. Dies macht es erforderlich, Schwarze und WeiĂe Erfahrungen und Perspektiven wahrzunehmen und zu reprĂ€sentieren. Wo dies ignoriert wird, kann Rassismus nicht ĂŒberwunden werden.âcite-ref-148[148]
Seit den 1990er Jahren findet auch ein Perspektivwechsel in der Wissenschaft statt. So sind â wie in der Kritischen WeiĂseinsforschung â nicht vorrangig die Objekte des Rassismus der Gegenstand der Forschung, sondern die Strukturen, die Rassismus ermöglichen.cite-ref-149[149]
Die Rassismusforscher Aurelien Mondon und Aaron Winter sehen 2020 ein Wiederkehren rassistischer Erscheinungen in der westlichen Welt bis in den Mainstream hinein. Verantwortlich gemacht wĂŒrden durch (links-)liberale Medien, Politiker und Akademiker jedoch bloĂ die WĂ€hler rechter Parteien, die oftmals aus der Arbeiterklasse kommen und selbst marginalisiert sind. Dabei werde ĂŒberdeckt, wie in der derzeit kapitalistisch-neoliberalen Version des vorherrschenden Liberalismus selbst struktureller Rassismus existiere und sie gleichzeitig ihr Versprechen von sozialer Gerechtigkeit nicht eingelöst habe. Medial sei ĂŒber die extreme Rechte oft als âStimme des Volkesâ berichtet worden, die antagonistisch der derzeit vermeintlich perfekten, toleranten und liberalen Gesellschaft gegenĂŒberstehe. TatsĂ€chlich sei die extreme Rechte aber bloĂ eine Fortsetzung und Steigerung des kapitalistisch-neoliberalen Systems. Echte Alternativen zum derzeit existierenden System â die etwa durch Bernie Sanders, Jeremy Corbyn und Jean-Luc MĂ©lenchon aufgezeigt wĂŒrden â seien vom liberalen Mainstream nicht als valide Alternative dargeboten und sogar stĂ€rker bekĂ€mpft worden als die extreme Rechte selbst.cite-ref-150[150]
Der Sonderberater der Vereinten Nation fĂŒr die Verhinderung von Genoziden teilte Anfang 2013 mit, dass weltweit die Gefahr von religiös und ethnisch motivierter Gewalt möglicherweise höher sei als jemals zuvor, und nannte Spannungen in der Demokratischen Republik Kongo, dem Irak, Kirgisistan, Mali, Myanmar, Pakistan, Sudan und in Syrien als Beispiele.cite-ref-151[151]
Ursachen rassistischen Denkens
Ăber die Ursachen rassistischen Denkens gab es schon immer verschiedene Vorstellungen. Nach rationalistisch orientierten Theorien bildete sich der klassische Rassismus im 18. Jahrhundert heraus. FĂŒhrende Theoretiker der westlichen Welt wie Immanuel Kant und Georg Wilhelm Friedrich Hegel versuchten, die rassischen Unterschiede wissenschaftlich zu erklĂ€ren. Sie nahmen an, dass die menschlichen Rassen nicht nur biologische (vorwiegend körperliche) Unterschiede aufweisen, sondern auch feststehende und unverĂ€nderbare Merkmale hinsichtlich ihrer MentalitĂ€t und ihres Charakters. SpĂ€ter schien die moderne Biologie und Genetik im Gefolge von Charles Darwin dazu Anhaltspunkte zu liefern.
Andere Vertreter der AufklĂ€rung wie Johann Gottfried Herder distanzierten sich dagegen klar von der Einteilung der Menschen in Rassen.cite-ref-152[152] Trotz seiner Abneigung gegenĂŒber der Rassifizierung forderte Herder jedoch die âReinheit der Kulturâ mit der BegrĂŒndung, die nationale IdentitĂ€t schĂŒtzen zu wollen.cite-ref-153[153]cite-ref-154[154]
Herder schrieb ĂŒber die Einteilung der Menschen in Rassen:
âIch sehe keine Ursache dieser Benennung. Rasse leitet auf eine Verschiedenheit der Abstammung, die hier entweder gar nicht stattfindet, oder in jedem dieser Weltstriche unter jeder dieser Farben die verschiedensten Rassen begreift. [âŠ] Kurz, weder vier oder fĂŒnf Rassen, noch ausschlieĂende VarietĂ€ten gibt es auf der Erde.âcite-ref-155[155]
Psychologisch orientierte Theorien sehen die Ursachen rassistischen Denkens vor allem in psychisch begrĂŒndeten Abgrenzungstendenzen zwischen der eigenen Gruppe und Fremdgruppen, die der StĂ€rkung des IdentitĂ€ts- und SelbstwertgefĂŒhls dienen und meist mit stereotypen Vorurteilen und Klischees gegenĂŒber den âAnderenâ und âFremdenâ einhergehen.
Dabei kommt der Projektion eigener psychischer Komponenten auf die fremde Gruppe als Mittel zur BewĂ€ltigung eigener innerer Konflikte besondere Bedeutung zu (siehe Abwehrmechanismus). So sieht die Psychoanalytikerin Julia Kristeva die Abwehr des Fremden als Abwehr projizierter unbewusster, angstauslösender Aspekte des Eigenen, bei der all jene Komponenten des Fremden Angst auslösen, die nicht in den eigenen âsymbolischen Haushaltâ zu integrieren seien.
âDer Fremde, Figur des Hasses und des anderen, ist weder das romantische Opfer unserer heimischen Bequemlichkeit noch der Eindringling, der fĂŒr alle Ăbel des Gemeinwesens die Verantwortung trĂ€gt. [âŠ] Auf befremdliche Weise ist der Fremde in uns selbst.âcite-ref-156[156]
Sie befĂŒrwortet das EingestĂ€ndnis und das Akzeptieren der Nichtintegrierbarkeit des Fremden und spricht sich fĂŒr ein Auskommen mit ihm jenseits traditioneller Strategien wie Nivellierung, Ausgrenzung, Auslöschung, Ăberhöhung oder Erniedrigung aus.cite-ref-157[157]
Eher gruppenpsychologisch orientierte AnsĂ€tze wie die Theorie der Sozialen IdentitĂ€t nach Henri Tajfel verweisen auf die Relevanz der Zugehörigkeit zu bestimmten sozialen Gruppen fĂŒr das Selbstbild eines Individuums. Nach ihm konstituiere sich eine Gruppe in Abgrenzung zu anderen Gruppen, wobei bestimmte Unterscheidungsmerkmale stereotypisierend und zum Teil abwertend hervorgehoben wĂŒrden.
Soziologisch orientierten Theorien gilt Rassismus als Ideologie, die der Aufwertung der eigenen Gruppe und der Stabilisierung des eigenen SelbstgefĂŒhls dient und in diesem Sinn eine Abwertung und Ausgrenzung anderer Menschen vornimmt.
Der Rassismus ist von Formen kultureller oder religiöser Intoleranz abzugrenzen, die auf der Basis der gleichen psychischen Mechanismen ebenfalls zu Ablehnung und UnterdrĂŒckung anderer Menschengruppen fĂŒhren. Anders als beim Rassismus wird die Differenz zur eigenen Gruppe in diesen FĂ€llen aber nicht als erblich und unverĂ€nderbar angesehen. Durch die religiöse Konversion oder die Annahme einer anderen kulturellen IdentitĂ€t ist eine Integration unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen grundsĂ€tzlich möglich.
Peter Schmitt-Egner kritisiert sowohl sozialpsychologische als auch ökonomisch-funktionalistische ErklĂ€rungen des Rassismus. Ausgehend von Karl Marxâ Werttheorie beabsichtigt Schmitt-Egner stattdessen, âden Rassismus als gesellschaftlich notwendigen Schein der bĂŒrgerlichen Gesellschaft nachzuweisen, d. h. zu entwickeln, wie sich in den WidersprĂŒchen der Ăkonomieform die objektive Möglichkeit des Rassismus verbirgt.âcite-ref-158[158] Viele marxistische Autoren waren lange davon ĂŒberzeugt, dass die Arbeiterklasse aufgrund ihrer internationalistischen Haltung gegen Rassismus gefeit sei, ĂŒber den tatsĂ€chlichen Rassismus von Arbeitern gegen Migranten sahen sie hinweg, er âverschwamm im Postulat selbstverstĂ€ndlicher Einheit des internationalen Klassenkampfes oder in der Formel Ihr Kampf ist unser Kampf!âcite-ref-159[159]
PrÀvention und BekÀmpfung von Rassismus
Auf internationaler Ebene arbeiten mehrere Organisationen an der PrĂ€vention und BekĂ€mpfung von Rassismus. Auf Ebene des Europarates fĂŒhrt ECRI und auf der Ebene der UNO fĂŒhrt CERD ein regelmĂ€Ăiges Monitoring der Mitgliedsstaaten in Hinblick auf Rassismus durch. Beide Kommissionen richten in ihren LĂ€nder-Monitoringberichten Empfehlungen an die Behörden der Mitgliedsstaaten zur Vorbeugung und BekĂ€mpfung von Rassismus.cite-ref-160[160]
Auf dieser Basis haben die 47 Mitgliedsstaaten des Europarats in den StrafgesetzbĂŒchern Regeln zur Bestrafung von sogenannter HasskriminalitĂ€t erlassen. Zur HasskriminalitĂ€t gehören alle rassistisch motivierten Straftaten, z. B. Völkermord und andere rassistisch motivierte Straftaten gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen, rassistisch motivierter Mord, Körperverletzung und Brandstiftung, Volksverhetzung, rassistisch motivierte Beleidigungen, Verleumdungen und Bedrohungen und die Leugnung von Völkermord. Die OSZE sammelt Statistiken zu rassistisch motivierten Straftaten in ihren Mitgliedsstaaten.cite-ref-161[161]
Fast alle Mitgliedsstaaten des Europarats haben auch ein Anti-Diskriminierungsgesetz erlassen, das u. a. rassistische Diskriminierungen verbietet. Die 28 EU-Staaten haben sich zum Erlass solcher Gesetze zudem in den EU-Gleichheitsrichtlinien verpflichtet. Deutschland hat das sogenannte Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz erlassen.
Fast alle Mitgliedsstaaten des Europarats haben auch eine oder mehrere nationale Gleichstellungsbehörden oder Antidiskriminierungsstelle eingerichtet, deren Aufgabe es ist, rassistischer Diskriminierung auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene vorzubeugen und zur BekÀmpfung von Rassismus beizutragen. In Deutschland ist das auf Bundesebene die Antidiskriminierungsstelle des Bundes.
Wissenschaftliche Widerlegung des Rassebegriffs beim Menschen
Ein wichtiger Beitrag zur PrĂ€vention und BekĂ€mpfung von Rassismus aus wissenschaftlicher Sicht ist die âJenaer ErklĂ€rungâcite-ref-unijenaerklaerung-164-0[164] von 2019. Darin widerlegten fĂŒhrende Wissenschaftler aus den Bereichen Evolutionsforschung, Genetik und Zoologie das Konzept der âRassenâ in Bezug auf den Menschen als wissenschaftlich nicht haltbar. Die Jenaer ErklĂ€rung untermauerte das VerstĂ€ndnis von Rasse als sozial konstruiertes PhĂ€nomen und betonte, dass Rassismus nicht auf biologischen Unterschieden, sondern auf sozialen und politischen Konstruktionen beruht.
Die ErklĂ€rung hatte erheblichen Einfluss auf die öffentliche Debatte und die Gesetzgebung in Deutschland, insbesondere auf die Diskussion ĂŒber die Streichung des Begriffs Rasse aus dem Grundgesetz.cite-ref-maxplanckupdate-165-0[165] Die Autoren der ErklĂ€rung betonen jedoch, dass diese Ănderungen nur ein Schritt auf dem Weg zur Ăberwindung von Rassismus sind und dass weitere Anstrengungen zur PrĂ€vention und BekĂ€mpfung von Rassismus notwendig sind.
Diese wissenschaftliche Perspektive trĂ€gt zu einer stĂ€rkeren gesellschaftlichen Anerkennung der Tatsache bei, dass Rassismus keine biologische Grundlage hat, und fördert den Ansatz, dass MaĂnahmen zur PrĂ€vention und BekĂ€mpfung von Rassismus sich auf die BekĂ€mpfung von Diskriminierung und Ungleichheit konzentrieren sollten, die auf sozialen und politischen Faktoren beruhen.cite-ref-unijenaerklaerung-164-1[164]
Internationaler Tag und die Wochen gegen Rassismus
â
Hauptartikel
:
Internationaler Tag gegen Rassismus
Die von der Stiftung fĂŒr die Internationalen Wochen gegen Rassismuscite-ref-166[166] organisierten âInternationalen Wochen gegen Rassismusâ fanden 2018 vom 12. bis 25. MĂ€rz statt (s. a. Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus).cite-ref-167[167]
Der 21. MĂ€rz wurde 1966 von den Vereinten Nationen zum Internationalen Tag gegen Rassismus erklĂ€rt. Anlass war das Massaker 1960 in Sharpeville, SĂŒdafrika, mit 69 Toten. Sechs Jahre danach fasste die Generalversammlung der Vereinten Nationen die Resolution 2142 (XXI), die zur âElimination of all forms of racial discriminationâ auffordert.
Antirassismustraining
Insbesondere ausgelöst durch die Black-Lives-Matter-Proteste im Jahr 2020 werden in den Vereinigten Staaten vermehrt sogenannte Antirassismustrainings nachgefragt, zum Beispiel von Unternehmen, die damit ihre Mitarbeiter sensibilisieren wollen. Darin werden die Teilnehmer ĂŒber systemischen Rassismus und implizite Vorurteile aufgeklĂ€rt. Solche Trainings beinhalten meist mehrere Sitzungen, die innerhalb von mehreren Tagen, Wochen oder Monaten absolviert werden.cite-ref-0-168-0[168] Von zentraler Bedeutung bei solchen Trainings ist es auch, die weiĂen Teilnehmer ĂŒber ihre Privilegien aufzuklĂ€ren.cite-ref-0-168-1[168]
Allerdings ist das bloĂe Informieren ĂŒber die Existenz der Privilegien weiĂer Menschen allein nicht ausreichend: Eine empirische Untersuchung der Psychologin Erin Cooley ergab, dass das Lesen eines Textes ĂŒber weiĂe Privilegien bei den Testpersonen nicht automatisch die Empathie fĂŒr benachteiligte Schwarze erhöhe, sondern dazu fĂŒhren könne, dass sich stattdessen die Empathie fĂŒr ökonomisch benachteiligte WeiĂe reduziere.cite-ref-169[169]cite-ref-170[170]
Ausstellungen
âą Deutsches Hygiene-Museum Dresden, 19. Mai 2018 bis 6. Januar 2019: Rassismus â Die Erfindung von Menschenrassen.cite-ref-171[171]cite-ref-172[172]
Siehe auch
Literatur
Monographien und SammelbÀnde
âą Susan Arndt: Rassismus begreifen: Vom TrĂŒmmerhaufen der Geschichte zu neuen Wegen. Beck, MĂŒnchen 2021, ISBN 978-3-406-76554-4.
âą Ătienne Balibar, Immanuel Wallerstein: Rasse, Klasse, Nation. Ambivalente IdentitĂ€ten. Argument, Hamburg 1998, ISBN 3-88619-386-1.
âą Martin Barker: The New Racism. Junction Books, London 1981, ISBN 0-86245-038-1.
âą Luca Cavalli-Sforza, Francesco Cavalli-Sforza: Verschieden und doch gleich. Ein Genetiker entzieht dem Rassismus die Grundlage. Droemer Knaur, MĂŒnchen 1996, ISBN 3-426-77242-6.
⹠Margrit Bensch: Rassismus als kulturelle Entwicklungstheorie. Formen biologischen Denkens im Sozialdarwinismus. Dissertation, Technische UniversitÀt Berlin 2008.
âą Alex DemiroviÄ, Manuela BojadĆŸijev (Hrsg.): Konjunkturen des Rassismus. WestfĂ€lisches Dampfboot, MĂŒnster 2002, ISBN 3-89691-516-9.
âą Frantz Fanon: Schwarze Haut, weiĂe Masken. Suhrkamp, Frankfurt 1986, ISBN 3-518-37686-1.
âą Michael G. Hanchard: The Spectre of Race: How Discrimination Haunts Western Democracy. Princeton University Press, Princeton 2018, ISBN 978-1-4008-8957-0.
âą Wulf D. Hund: Rassismus. transcript, Bielefeld 2007, ISBN 3-89942-310-0.
âą Ivan Kalmar, Nitzan Shoshan (Hrsg.): Racism in Contemporary Germany: Islamophobia in East and West. Routledge, New York 2022, ISBN 978-1-032-26061-7.
âą Claus Melter, Paul Mecheril (Hrsg.): Rassismuskritik. Band 1: Rassismustheorie und -forschung. Wochenschau Verlag, Schwalbach am Taunus 2009. 2. Auflage 2011 (= Politik und Bildung 47), ISBN 978-3-89974-367-8.
⹠Albert Memmi: Rassismus. AthenÀum, Frankfurt 1987, ISBN 3-445-04872-X.
âą Robert Miles: Rassismus. EinfĂŒhrung in die Geschichte und Theorie eines Begriffs. Argument, Hamburg 1992, ISBN 3-88619-389-6.
âą Todd McGowan: The Racist Fantasy. Unconscious Roots of Hatred. Bloomsbury Academic, New York etc. 2022
âą Nora RĂ€thzel: Theorien ĂŒber Rassismus. Argument, Hamburg 2000, ISBN 3-88619-258-X.
âą Mark Terkessidis: Psychologie des Rassismus. Westdeutscher Verlag, Opladen 1998, ISBN 3-531-13040-4.
Zur Geschichte des Rassismus
âą Boris Barth: Rassismus. In: EuropĂ€ische Geschichte Online, hrsg. vom Institut fĂŒr EuropĂ€ische Geschichte (Mainz), 2011. urn:nbn:de:0159-2010092160
âą Christian Delacampagne: Die Geschichte des Rassismus. Artemis & Winkler, DĂŒsseldorf 2005, ISBN 3-538-07206-X.
âą Oliver Demny: Rassismus in den USA. Historie und Analyse einer Rassenkonstruktion. Unrast-Verlag, MĂŒnster 2001, ISBN 3-89771-007-2.
âą George M. Fredrickson: Rassismus. Ein historischer AbriĂ. Hamburger Edition, Hamburg 2004, ISBN 3-930908-98-0. Reclam 2011, ISBN 978-3-15-018839-2.
âą Imanuel Geiss: Geschichte des Rassismus. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1993, ISBN 3-518-11530-8.
âą Christian Geulen: Geschichte des Rassismus. C. H. Beck, MĂŒnchen 2007. 2. Auflage 2014, ISBN 978-3-406-53624-3, 3., durchgesehene Aufl. 2017, ISBN 978-3-406-67796-0.
âą Peter Glanninger: Rassismus und Rechtsextremismus. Rassistische Argumentationsmuster und ihre historischen Entwicklungslinien (= Mensch und Gesellschaft. Schriftenreihe fĂŒr Sozialmedizin, Sozialpsychiatrie und medizinische Anthropologie, Band 16). Peter Lang Verlag, Frankfurt am Main 2009, ISBN 978-3-631-57501-7.
âą Wulf D. Hund: Wie die Deutschen weiĂ wurden. Kleine (Heimat-) Geschichte des Rassismus, Stuttgart: Metzler 2017.
âą Christian Koller: Rassismus. Stuttgart: UTB 2009, ISBN 978-3-8252-3246-7.
âą Christian Koller: Metamorphosen des modernen Rassismus, in: Lernen aus der Geschichte: Rassismus als Ideologie in Geschichte und Gegenwart, 17. September 2014.
âą George L. Mosse: Die Geschichte des Rassismus in Europa. Fischer, Frankfurt am Main 2006, ISBN 3-596-16770-1.
âą Rosa A. Plumelle-Uribe: Weisse Barbarei. Vom Kolonialrassismus zur Rassenpolitik der Nazis. Rotpunktverlag, ZĂŒrich 2004, ISBN 3-85869-273-5.
âą LĂ©on Poliakov, Christian Delacampagne, Patrick Girard: Rassismus. Ăber Fremdenfeindlichkeit und Rassenwahn, Luchterhand-Literaturverlag, Hamburg 1992, ISBN 3-630-71061-1.
âą Karin Priester: Rassismus. Eine Sozialgeschichte. Reclam, Leipzig 2003, ISBN 3-379-20076-X.
âą Ulrike Marz: Kritik des Rassismus. Eine EinfĂŒhrung. Schmetterling Verlag, 2022 Stuttgart. ISBN 3-89657-699-2
âą Vojin SaĆĄa VukadinoviÄ (Hrsg.): Rassismus. Von der frĂŒhen Bundesrepublik bis zur Gegenwart. De Gruyter Oldenbourg, Berlin 2023.
AufsÀtze
âą Walter Demel: Wie die Chinesen gelb wurden. Ein Beitrag zur FrĂŒhgeschichte der Rassentheorien. In: Historische Zeitschrift. Band 255, Nr. 1, 1992, S. 625.
âą Leo Roepert: âThe Real Distinctions Which Nature Has Made.â Rassismus, Kapitalismus und die Natur des bĂŒrgerlichen Subjekts. In: Ingo Elbe/Robin ForstenhĂ€usler/Katrin Henkelmann/Jan Rickermann/Hagen Schneider/Andreas Stahl (Hg.): Probleme des Antirassismus. Postkoloniale Studien, Critical Whiteness und IntersektionalitĂ€tsforschung in der Kritik. Edition TIAMAT, Berlin 2022, S. 244-277, ISBN 978-3-89320-296-6.
âą Fatima El-Tayeb: Deutschland post-migrantisch? Rassismus, Fremdheit und die Mitte der Gesellschaft. In: Aus Politik und Zeitgeschichte. 14â15/2016. 4. April 2016, S. 15â21. (online)
âą GĂĄbor PaĂĄl: Rassismus oder die Angst vor dem Fremden. In: Detlef Clas, G. Paal (Hrsg.): Fremde Heimat â Migration weltweit. Filderstadt 2007, ISBN 978-3-935129-35-0.
âą Pierre-AndrĂ© Taguieff: Le nĂ©o-racisme diffĂ©rentialiste. In: Langage et SociĂ©tĂ©. Nr. 34, 1985, S. 69â98
Interview
âą mit Christian Geulen: Wie die EuropĂ€er "weiss" wurden, in: Mare, Nummer 171, August 2025, S. 32â35
Dokumentarfilme
âą Die leere Mittecite-ref-173[173], Regie: Hito Steyerl, 1998 â Essayfilm ĂŒber die Mitte Berlins als Ort der Macht und Gewalt, ĂŒber die KontinuitĂ€t von Kolonialismus, Rassismus und Antisemitismus
siehe auch Kategorie:Rassismus im Film
Weblinks
Commons
: Rassismus
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Rassismus
â BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Ăbersetzungen
Wikiquote: Rassismus
â Zitate
Vereinte Nationen
âą Committee on the Elimination of Racial Discrimination (CERD) beim High Commissioner for Human Rights (OHCHR, Hochkommissar fĂŒr Menschenrechte): ohchr.org (englisch)
âą World Conference against racism, racial discrimination, xenophobia and related intolerance (WCAR), Durban, 2001: un.org (englisch)
Europarat
âą European Commission against Racism and Intolerance (ECRI), (englisch)
âą National specialised bodies to combat to racism and racial discrimination. Council of Europe (englisch)
Deutschland
âą Kompakt erklĂ€rt: Rassismus. Lexikon der Brandenburgischen Landeszentrale fĂŒr politische Bildung
âą Anti-Rassismus Informations-Centrum Nordrhein-Westfalen e. V. (ARIC-NRW): aric-nrw.de
âą Birgit Rommelspacher, comlink.de: Rassismus und Rechtsextremismus â Der Streit um die Ursachen
âą christinemorgenstern.de: Theorie, Geschichte und Gegenwart von Rassismus
âą internationale-wochen-gegen-rassismus.de
âą Ulrich Kattmann, shoa.de: Rassismus, Biologie und Rassenlehre
âą schule-ohne-rassismus.org
âą stiftung-gegen-rassismus.de
âą Deutsche UNESCO-Kommission, 1978, unesco.de: ErklĂ€rung ĂŒber âRassenâ und Rassenvorurteile
Ăsterreich
âą afrika-wien.at: Afrikaner in Wien: zwischen Mystifizierung und Verteufelung
âą Bundesministerium fĂŒr Europa, Integration und ĂuĂeres, bmeia.gv.at: Kampf gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung
âą Bundesministerium fĂŒr Wirtschaft und Arbeit, 2008, Irmtraud Voglmayr, uibk.ac.at: Leitfaden fĂŒr einen nicht-diskriminierenden Sprachgebrauch (PDF; 1,6 MB)
âą Verein fĂŒr Zivilcourage und Anti-Rassismus-Arbeit, zara.or.at (U. a. Beratungsstelle fĂŒr Opfer und Zeugen von Rassismus; jĂ€hrlicher Report ĂŒber rassistische Ăbergriffe und Strukturen in Ăsterreich)
Schweiz
⹠Bernhard C. SchÀr: Rassismus. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
⹠Eidgenössische Kommission gegen Rassismus: ekr-cfr.ch
⹠Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus: gra.ch (z. B. Chronologie der rassistischen VorfÀlle in der Schweiz ab 1992, Kampagnen)
âą Schweizerisches Kompetenzzentrum fĂŒr Menschenrechte (SKMR): skmr.ch
Liechtenstein
âą Verein fĂŒr Menschenrechte (VRM): menschenrechte.li (UnabhĂ€ngige Nationale Menschenrechtsinstitution)
âą Liechtenstein-Institut, liechtenstein-institut.li: Extremismus in Liechtenstein (JĂ€hrliches Monitoring)
Einzelnachweise und Anmerkungen
cite-note-11. â Lexikon in 20 BĂ€nden. Zeitverlag, Hamburg 2005, ISBN 3-411-17560-5 (Gesamtwerk), Band 12, S. 89; Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG, 27. Februar 2007.
cite-note-22. â Armin Pfahl-Traughber, Konservative Revolution und Neue Rechte. Rechtsextremistische Intellektuelle gegen den demokratischen Verfassungsstaat. Leske & Budrich, Opladen 1998, ISBN 3-8100-1888-0.
cite-note-33. â ErklĂ€rung ĂŒber Rassen und Rassenvorurteile vom 27. November 1978 auf unesco.de
cite-note-44. â Beate KĂŒpper, Andreas Zick: Rechtsextremismus: Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit. Bundeszentrale fĂŒr politische Bildung, 20. Oktober 2015.
cite-note-ldp497-55. â Lexikon der Politik. Band 1. Politische Theorien. Hrsg. Dieter Nohlen, MĂŒnchen 1995, ISBN 3-406-36904-9, S. 497.
cite-note-geiss-66. â Imanuel Geiss: Geschichte des Rassismus. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1993, ISBN 3-518-11530-8, S. 49 f.
cite-note-77. â Vgl. z. B. Albrecht Dihle: Die Griechen und die Fremden. C. H. Beck 1994, ISBN 3-406-38168-5.
cite-note-fredrickson-88. â George M. Fredrickson: Rassismus â Ein historischer Abriss. Hamburger Edition, 2004, ISBN 3-930908-98-0.
cite-note-99. â LĂ©on Poliakov, Christian Delacampagne, Patrick Girard: Rassismus. Ăber Fremdenfeindlichkeit und Rassenwahn. Luchterhand-Literaturverlag, Hamburg 1992, ISBN 3-630-71061-1, S. 59.
cite-note-1010. â Christina von Braun: Blut als Metapher in Religion und Kunst, ab S. 5.
cite-note-1111. â Max SebastiĂĄn Hering Torres: Rassismus in der Vormoderne: die âReinheit des Blutesâ im Spanien der FrĂŒhen Neuzeit, Campus Verlag 2006, S. 238â246.
cite-note-1313. â George M. Fredrickson: Rassismus â Ein historischer Abriss. Hamburger Edition, 2004, ISBN 3-930908-98-0, S. 38 f.
cite-note-1414. â Lexikon der Politik, Hrsg. Dieter Nohlen, MĂŒnchen 1995, ISBN 3-406-36904-9: Band 1. Politische Theorien, S. 498.
cite-note-1515. â Manfred Kappeler: Rassismus: ĂŒber die Genese einer europĂ€ischen Bewusstseinsform, Verlag fĂŒr Interkulturelle Kommunikation. Frankfurt am Main 1994, ISBN 3-88939-118-4, S. 36.
cite-note-1616. â Christian J. JĂ€ggi: Rassismus â Ein globales Problem. Orell FĂŒssli, ZĂŒrich 1992, ISBN 3-280-02121-9, S. 32.
cite-note-1717. â Christian Delacampagne: Die Geschichte des Rassismus. Artemis & Winkler, DĂŒsseldorf 2005, ISBN 3-538-07206-X, S. 141.
cite-note-1818. â Voltaire: âLa race des NĂšgres est une espĂšce dâhommes diffĂ©rente de la nĂŽtre comme la race des Ă©pagneuls lâest des lĂ©vriers [âŠ]. On peut dire que si leur intelligence nâest pas dâune autre espĂšce que notre entendement, elle est trĂšs infĂ©rieure.â Aus Essai sur les mĆurs et lâesprit des Nations (1755) (La NĂ©grophobie de Voltaire@1@2Vorlage:Toter Link/www.grioo.com (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im November 2024. Suche in Webarchiven)).
cite-note-1919. â Auch zu finden in: LĂ©on Poliakov, Christian Delacampagne, Patrick Girard, Rassismus. Ăber Fremdenfeindlichkeit und Rassenwahn, Luchterhand-Literaturverlag, Hamburg 1992, ISBN 3-630-71061-1, S. 77.
cite-note-2020. â Noah aber fing an, und ward ein Ackermann, und pflanzte Weinberge. Und da er von dem Wein trank, ward er trunken, und lag in der HĂŒtte aufgedeckt. Da nun Ham, Kanaans Vater, sah seines Vaters BlöĂe, sagte erâs seinen BrĂŒdern drauĂen. Da nahmen Sem und Japheth ein Kleid, und legten es auf ihrer beider Schultern, und gingen rĂŒcklings hinzu, und deckten ihres Vaters BlöĂe zu; und ihr Antlitz war abgewandt, dass sie ihres Vaters BlöĂe nicht sahen. Als nun Noah erwachte von seinem Wein, und erfuhr, was ihm sein jĂŒngster Sohn getan hatte, sprach er: Verflucht sei Kanaan, und sei ein Knecht aller Knechte unter seinen BrĂŒdern! Und sprach weiter: Gelobt sei der Herr, der Gott Sems, und Kanaan sei sein Knecht. Gott breite Japheth aus, und lasse ihn wohnen in den HĂŒtten des Sem; und Kanaan sei sein Knecht. (Mose 9, 20â27.)
cite-note-2121. â Menschenrassen. In: Lexikon der Biologie. Band 9. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 2002, ISBN 3-8274-0334-0, S. 176.
cite-note-2222. â In Band 1, S. 20; es ist die erste Tierart, die LinnĂ© in diesem Werk aufgelistet hat.
cite-note-2323. â LĂ©on Poliakov, Christian Delacampagne, Patrick Girard: Rassismus. Ăber Fremdenfeindlichkeit und Rassenwahn. Luchterhand-Literaturverlag, Hamburg 1992, ISBN 3-630-71061-1, S. 20, 21.
cite-note-2424. â LĂ©on Poliakov: Der arische Mythos. Zu den Quellen von Rassismus und Nationalismus. Hamburg 1992, ab S. 269. Imanuel Geiss: Geschichte des Rassismus. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1993, S. 168â169. George L. Mosse: Die Geschichte des Rassismus in Europa. Frankfurt am Main 1990, ab S. 76. LĂ©on Poliakov u. a.: Rassismus. Ăber Fremdenfeindlichkeit und Rassenwahn. Hamburg 1992, ab S. 98.
cite-note-2525. â Unkommentierte Textauswahl aus Der Untergang der Besten. Gobineaus Versuch einer Rassentheorie. In: Detlev Claussen: Was heiĂt Rassismus? Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1994, ISBN 3-534-12033-7, ab S. 27.
cite-note-2626. â Horst Seidler: Die biologi(sti)schen Grundlagen des Rassismus. In: Justin Stagl, Wolfgang Reinhard (Hrsg.): Grenzen des Menschseins: Probleme einer Definition des Menschlichen. Böhlau, Wien, Köln, Weimar 2005, ISBN 3-205-77297-0, S. 723,1 (Zitat: âRassismus ist der Glaube, daĂ menschliche Populationen sich in genetisch bedingten Merkmalen von sozialem Wert unterscheiden, so daĂ bestimmte Gruppen gegenĂŒber anderen höherwertig oder minderwertig sind. Es gibt keinen ĂŒberzeugenden wissenschaftlichen Beleg, mit dem dieser Glaube gestĂŒtzt werden könnte.â).
cite-note-2727. â staff.uni-oldenburg.de (PDF).
cite-note-2828. â Luigi Luca Cavalli-Sforza, Paolo Menozzi, Alberto Piazza: The History and Geography of Human Genes. Princeton University Press, 1994, ISBN 978-0-691-08750-4, Kapitel 1.6, Scientific Failure of the Concept of Human Races, S. 19â20.
cite-note-2929. â https://www.un.org/en/events/racialdiscriminationday/
cite-note-3030. â Dieter Nohlen (Hrsg.): Lexikon der Politik. Band 1. Politische Theorien. MĂŒnchen 1995, ISBN 3-406-36904-9, S. 502.
cite-note-3131. â Meyers Lexikon, Band 9. Leipzig 1942, S. 76.
cite-note-3232. â Robert Miles: Rassismus. EinfĂŒhrung in die Geschichte und Theorie eines Begriffs. Argument-Verlag, Hamburg 1992, ISBN 3-88619-389-6, S. 60.
cite-note-3333. â Im Deutschen lĂ€sst sich der Unterschied zwischen racialism und racism nur schwer wiedergeben. Im angloamerikanischen Sprachgebrauch werden beide AusdrĂŒcke mitunter koextensiv gebraucht. Frank Hamilton Hankins verwendet den Ausdruck racialists zuerst 1926 in seinem Buch: The Racial Basis of Civilization: A Critique of the Nordic Doctrine. Darin befasst er sich mit der Idee der ânordischen Ăberlegenheitâ [nordicism], bzw. deren Vertretern [nordicists]. Er differenziert in der Umwelt-Anlage-Diskussion egalitarians (wie Franz Boas) von den racialists, die von einem Primat der Rasse und der Rassenungleichheit ausgehen und Verfechter der Rassentrennung sind, zu denen er unter anderem Gobineau, Stoddard und auch den Ku-Klux-Klan zĂ€hlt. Der Begriff racism wurde spĂ€ter geprĂ€gt und bezeichnet âRassismusâ. Vgl. dazu z. B. George M. Fredrickson: Rassismus â Ein historischer Abriss, Hamburger Edition, 2004, ISBN 3-930908-98-0, S. 156â164.
cite-note-3434. â Robert Miles, Rassismus. EinfĂŒhrung in die Geschichte und Theorie eines Begriffs. Argument-Verlag, Hamburg 1992, ISBN 3-88619-389-6, S. 61.
cite-note-3535. â Hirschfeld 1938, S. 260; zitiert nach George M. Fredrickson: Rassismus â Ein historischer Abriss. Hamburger Edition, 2004, ISBN 3-930908-98-0, S. 164.
cite-note-3636. â Hirschfeld 1938, S. 57; zitiert nach George M. Fredrickson: Rassismus â Ein historischer Abriss, Hamburger Edition, 2004, ISBN 3-930908-98-0, S. 164.
cite-note-3737. â Zitiert nach der Taschenbuchausgabe Suhrkamp, Frankfurt am Main 1972; spĂ€ter auch in: Strukturale Anthropologie II. Suhrkamp 1975.
cite-note-3838. â Allgemeine Politikempfehlung Nr. 7, I. Definitionen 1.a). (PDF; 484 kB) EuropĂ€ische Kommission gegen Rassismus und Intoleranz (ECRI).
cite-note-3939. â Ivan Hannaford: Race â The History of an Idea in the West. ISBN 978-0-8018-5223-7.
cite-note-4040. â Etienne Balibar: Rassismus und Nationalismus. In: Rasse, Klasse, Nation. Ambivalente IdentitĂ€ten Argument Verlag 1998, ISBN 3-88619-386-1, S. 52.
cite-note-4141. â LĂ©on Poliakov, Christian Delacampagne, Patrick Girard, Rassismus Ăber Fremdenfeindlichkeit und Rassenwahn, Luchterhand-Literaturverlag, Hamburg 1992, ISBN 3-630-71061-1, S. 43.
cite-note-421. Robert Miles. In: Bedeutungskonstitution und der Begriff des Rassismus. Aus dem Englischen von Nora RĂ€thzel (Hrsg.); Theorien ĂŒber Rassismus. Argument-Verlag, Hamburg 2000, ISBN 3-88619-258-X, S. 26
cite-note-432. Stuart Hall: Rassismus als ideologischer Diskurs. In: Nora RĂ€thzel (Hrsg.): Theorien ĂŒber Rassismus. Argument-Verlag, Hamburg 2000, ISBN 3-88619-258-X, S. 11
cite-note-4444. â âEin deterministischer kultureller Partikularismus kann das gleiche bewirken wie ein biologisch begrĂŒndeter Rassismus, wie wir spĂ€ter bei den Erörterungen ĂŒber den völkischen* Nationalismus in Deutschland und SĂŒdafrika noch feststellen werden. Zeitgenössische britische Soziologen haben ein PhĂ€nomen ausgemacht und analysiert, das sie den âneuen kulturellen Rassismusâ nennen. John Solomos und Les Back vertreten beispielsweise die Auffassung, dass Rasse heute âals Kultur kodiertâ wird und dass âdas zentrale Merkmal dieser Prozesse darin besteht, dass die Eigenschaften von sozialen Gruppen fixiert, naturalisiert und in einen pseudobiologisch definierten Kulturalismus eingebettet werdenâ. Rassismus ist daher eine Ideologie, âdie ihre Wirksamkeit der FĂ€higkeit verdankt, Ideen und Werte aus anderen soziohistorischen ZusammenhĂ€ngen aufzupicken und zu verwendenâ (âscavenger ideologyâ). Aber es gibt auch âstarke KontinuitĂ€ten in der Konstruktion von Bildern des âAnderenâ sowie in den Bildern, die rassistische Bewegungen verwenden, um die Grenzen von âRasseâ und âNationâ zu definierenâ. Diese KontinuitĂ€ten weisen meiner Ansicht nach darauf hin, dass es eine allgemeine Geschichte des Rassismus und eine Geschichte partikularer Rassismen gibt; doch um die verschiedenen Formen und Funktionen des allgemeinen PhĂ€nomens zu verstehen, mit dem wir uns befassen, ist es notwendig, den jeweils spezifischen Kontext zu kennen.â In: George M. Fredrickson: Rassismus â Ein historischer Abriss. Hamburger Edition, 2004, ISBN 3-930908-98-0, S. 16.
cite-note-4545. â Loic J. D. Wacquant: For an Analytic of Racial Domination. In: Diane E. Davis: Political Power and Social Theory, Band 11, JAI Press, 1997, ISBN 0-7623-0242-9, S. 222.
cite-note-memmi-4646. â Albert Memmi: Rassismus. EuropĂ€ische Verlagsanstalt, Hamburg 1992, ISBN 3-434-46096-9.
cite-note-4747. â â[Antisemitismus] ist ein durch sein Objekt nĂ€her definierter Rassismus; der Antisemitismus ist ein Rassismus, der sich gegen die Juden richtet. Als solcher weist er besondere Merkmale auf, die mit seinem besonderen Opfer und den eigentĂŒmlichen Beziehungen zwischen diesem und seinem Angreifer zusammenhĂ€ngen.â Albert Memmi: Rassismus. EuropĂ€ische Verlagsanstalt, Hamburg 1992, ISBN 3-434-46096-9, S. 72.
cite-note-4848. â Manfred Böcker: Antisemitismus ohne Juden, Die Zweite Republik, die antirepublikanische Rechte und die Juden. Spanien 1931 bis 1936. EuropĂ€ischer Verlag der Wissenschaften, Frankfurt am Main 2000, ISBN 3-631-36152-1, S. 13: âDer Begriff âAntisemitismusâ erfĂŒllt in keiner Weise die fĂŒr einen wissenschaftlichen Terminus erforderlichen Kriterien. Er ist nicht das Ergebnis historischer oder politischer Analysen, sondern stellt sowohl aus etymologischer als auch aus politischer Perspektive ein Unwort dar. Der Terminus âAntisemitismusâ entstand in der zweiten HĂ€lfte des 19. Jahrhunderts als ein durch eine bestimmte Strömung von Judenhassern in Deutschland geprĂ€gter Neologismus. Er suggeriert auch heute noch die Existenz einer mit den âJudenâ identischen âsemitischenâ Rasse. Aufgrund der normativen Kraft des faktischen Sprachgebrauchs sowie in Ermangelung einer begrifflichen Alternative wird die Forschung aber dennoch nicht auf ihn verzichten können.â
cite-note-493. Albert Memmi: Rassismus. Frankfurt a. M. 1992, S. 164; zitiert in: Zum Begriff âRassismusâ. AusgewĂ€hlte Definitionen und Konzepte. Deutscher Bundestag, Wissenschaftliche Dienste (= Aktenzeichen WD 1 - 3000 â 017/20), 2020, online auf bundestag.de, S. 6 (PDF; 257 kB).
cite-note-504. Rudolf Leiprecht: Rassismen (nicht nur) bei Jugendlichen. BeitrĂ€ge zu Rassismusforschung und RassismusprĂ€vention. Oldenburg (Carl von Ossietzky UniversitĂ€t Oldenburg), Arbeitspapiere IBKM Nr. 9, 2005, ISSN 1438-7794, S. 12â13.
cite-note-515. Memorandum gegen Rassismus und rassistische Diskriminierung. (Memento vom 24. September 2015 im Internet Archive) (PDF; 97 kB) Forum Menschenrechte e. V. (Hrsg.). 2. Auflage. Berlin 2010.
cite-note-5252. â Anm. Eine frĂŒhe engere Definition Memmis aus dem Jahre 1964 fand Eingang in die EncyclopĂŠdia Universalis, wodurch sie möglicherweise die gebrĂ€uchlichste Rassismusdefinition ĂŒberhaupt wurde: Le racisme est la valorisation, gĂ©nĂ©ralisĂ©e et dĂ©finitive, de diffĂ©rences biologiques, rĂ©elles ou imaginaires, au profit de lâaccusateur et au dĂ©triment de sa victime, afin de justifier un aggression; ursprĂŒnglich in seiner Schrift Le Racisme, essai de dĂ©finition. In: La Nef, Nr. 19â20 (1964), S. 41â47, ZDB-ID 207116-2. Vgl. den Artikel Racisme der EncyclopĂŠdia Universalis, Paris 1972, S. 915 f.: âEs macht Schwierigkeiten, eine Definition des Rassismus zu finden, die allgemein akzeptiert wĂ€re. Das ist zumindest erstaunlich bei einem Gegenstand, der so hĂ€ufig und auf so unterschiedliche Weise aufgegriffen worden ist. Die GrĂŒnde fĂŒr diese Schwierigkeiten werden verstĂ€ndlicher, wenn man sich vor Augen hĂ€lt, dass das Fundament des Rassismus, d. h. der auf den Menschen angewendete Begriff der reinen Rasse, unzureichend definiert ist und dass es praktisch unmöglich ist, ihm einen exakt abgegrenzten Gegenstandsbereich zuzuordnen. Andererseits ist der Rassismus keine wissenschaftliche Theorie, sondern ein Komplex von obendrein zumeist widersprĂŒchlichen Meinungen, die sich keineswegs aus objektiven Feststellungen ableiten und dem, der sie von sich gibt Ă€uĂerlich sind, zur Rechtfertigung von Handlungen, die ihrerseits der Angst vor dem Anderen entspringen sowie dem Wunsch, diesen Anderen anzugreifen, um die Angst zu bannen und sich selbst zum Schaden des Anderen zu behaupten. Und schlieĂlich erscheint der Rassismus als der Sonderfall eines allgemeineren Verhaltens: Die Verwendung tatsĂ€chlicher oder fiktiver biologischer Unterschiede, die aber auch psychischer oder kultureller Art sein können. Der Rassismus erfĂŒllt demnach eine bestimmte Funktion. Aus dem Gesagten ergibt sich, dass der Rassismus die verallgemeinerte und verabsolutierte Wertung tatsĂ€chlicher oder fiktiver biologischer Unterschiede zum Nutzen des AnklĂ€gers und zum Schaden seines Opfers ist, mit der eine Aggression gerechtfertigt werden soll.â
cite-note-5353. â Vgl. Albert Memmi: Racism. Minneapolis/London 2000, S. 35: âIn The Colonizer and the Colonized, I proposed an analysis of three major points: (1) racism, first of all, puts in relief certain differences; (2) it bestows a value on those differences; and (3) it utilizes the valuation of those differences to the benefit of one noticing them and giving them a value. What I noted as well is that no one of these conditions, by itself, is sufficient to constitute racism.â Eine weitere AufzĂ€hlung gibt er in Albert Memmi: Versuch einer kommentierten Definition des Rassismus, in: Rassismus. EuropĂ€ische Verlagsanstalt, Hamburg 1992, ISBN 3-434-46096-9, 164â178 (Aufsatztext) und 223â225 (Anmerkungen), 224 (Anmerkung 2): âNoch weiter zusammengefasst besteht der Rassismus aus drei wesentlichen Elementen: 1. dem Bestehen auf einem Unterschied, 2. dessen Benutzung als Mythos und 3. der Bequemlichkeit dieser Benutzung.â (Erstpublikation in La Nef 19/20 (1964), 41â47, auch in: A. Memmi, L'homme dominĂ©, Paris 1968.
cite-note-5454. â âDer Rassismus beginnt erst mit der Interpretation der Unterschiede; [âŠ]â. In: Albert Memmi: Rassismus. EuropĂ€ische Verlagsanstalt, Hamburg 1992, ISBN 3-434-46096-9, S. 37.
cite-note-5555. â âMan wird schlieĂlich erst dann zum Rassist, wenn man auch den dritten Schritt tut: die Verwendung des Unterschieds gegen den anderen, mit dem Ziel aus dieser Stigmatisierung einen Vorteil zu ziehen.â In: Albert Memmi: Rassismus. EuropĂ€ische Verlagsanstalt, Hamburg 1992, ISBN 3-434-46096-9, S. 46.
cite-note-5656. â [Taguieff] hat zwischen zwei Varianten oder âLogikenâ des Rassismus unterschieden â dem âHerrschaftsrassismusâ und dem âVernichtungsrassismusâ; vgl. Pierre-AndrĂ© Taguieff: Die Macht des Vorurteils. Der Rassismus und sein Double, S. 157; zitiert aus: George M. Fredrickson: Rassismus â Ein historischer Abriss. Hamburger Edition, 2004, ISBN 3-930908-98-0, S. 17.
cite-note-5757. â Christoph Butterwegge: Rechtsextremismus, Rassismus und Gewalt. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1996, ISBN 3-89678-015-8, S. 123.
cite-note-5858. â Manfred Kappeler: Rassismus: ĂŒber die Genese einer europĂ€ischen Bewusstseinsform. Verlag fĂŒr Interkulturelle Kommunikation, Frankfurt am Main 1994, ISBN 3-88939-118-4, ab S. 30.
cite-note-5959. â Philomena Essed: Rassismus und Migration in Europa. In: Argument, Sonderband AS 201, Argument Verlag, Hamburg 1992, ISBN 3-88619-195-8, S. 375.
cite-note-6060. â Rebecca Maskos: âBist Du behindert oder was?!â Behinderung, Ableism und souverĂ€ne BĂŒrger_innen. Vortrag im Rahmen der Ringvorlesung âJenseits der Geschlechtergrenzenâ der AG Queer Studies und der Ringvorlesung âBehinderung ohne Behinderte!? Perspektiven der Disability Studiesâ an der UniversitĂ€t Hamburg. Hamburg 14. Dezember 2011 (uibk.ac.at [abgerufen am 15. Januar 2022]).
cite-note-6161. â Robert Miles: Rassismus. EinfĂŒhrung in die Geschichte und Theorie eines Begriffs. Argument, Hamburg, Berlin 1991, ISBN 3-88619-389-6, S. 9 (englisch: Racism. 1989. Ăbersetzt von Michael Haupt, zitiert nach Rebecca Maskos, âBist Du behindert oder was?!â, 2011).
cite-note-6262. â Mark Terkessidis: Psychologie des Rassismus. 1. Auflage. Westdeutscher Verlag, Opladen 1998, ISBN 3-531-13040-4, S. 280.
cite-note-6363. â Neue deutsche Medienmacher / Bundesamt fĂŒr Migration und FlĂŒchtlinge: Dokumentation des Workshops »Neue Begriffe fĂŒr die Einwanderungsgesellschaft« am 29. und 30. April 2013 in NĂŒrnberg. (PDF; 576 kB) S. 47
cite-note-6464. â Kurt Horstmann: Sozialwissenschaftliche Standardterminologie fĂŒr die Erforschung des FlĂŒchtlingsproblems. In: AWR-Bulletin, 1â2, 1986, S. 27.
cite-note-6565. â Canan Topçu: https://www.sueddeutsche.de/politik/gastbeitrag-nicht-mein-antirassismus-1.5043198 Die Debatte wird von einer Elite dominiert und ist geprĂ€gt von Wut. Die Probleme aber lassen sich so nicht lösen. In: SĂŒddeutsche Zeitung, 25. September 2020
cite-note-6666. â David Theo Goldberg: Racist Culture. Philosophy and the Politics of Meaning. Blackwell Books, Oxford 2002, ISBN 0-631-18078-8, S. 103.
cite-note-6767. â Yves Albert Dauge, Le barbare. Recherches sur la conception romaine de la barbarie et de la civilisation, BrĂŒssel 1981, ISBN 2-87031-116-8.
cite-note-6868. â Christopher Tuplin: Greek racism? Observations on the character and limits of Greek ethnic prejudice. In: Gocha Tsetskhladze (Hrsg.): Ancient Greeks West and East. Brill, Leiden 1999, ISBN 90-04-11190-5, S. 47.
cite-note-6969. â Benjamin Isaac: The invention of racism in classical antiquity. Princeton Univ. Press, 2004, ISBN 0-691-11691-1.
cite-note-7070. â Christian Delacampagne: Die Geschichte des Rassismus. Artemis und Winkler 2005, ISBN 3-538-07206-X.
cite-note-7171. â Aristot. Pol. 1254 b 13.
cite-note-7272. â Benjamin Isaac: The invention of racism in classical antiquity. Princeton Univ. Press, 2004, S. 37, ISBN 0-691-11691-1.
cite-note-7373. â Nach Dihle, Albrecht: Die Griechen und die Fremden, MĂŒnchen 1994, S. 15.
cite-note-7474. â Nach Dihle, Albrecht: Die Wahrnehmung des Fremden im Alten Griechenland (Berichte aus den Sitzungen der Joachim Jungius-Gesellschaft der Wissenschaften 2), Göttingen 2003, S. 8.
cite-note-7575. â Vincent J. Rosivach: Enslaving Barbaroi and the Athenian Ideology of Slavery. In: Historia 48, 1999, S. 129â157.
cite-note-7676. â Plat. pol. 435eâ436a: âMĂŒssen wir nun nicht, begann ich, ganz notwendig zugeben, dass die nĂ€mlichen Arten und Sitten in jedem von uns sind wie im Staate? Denn anderswoher sind sie doch nicht dahin gekommen. Denn es wĂ€re lĂ€cherlich, wenn jemand glauben wĂŒrde, das ZornmĂŒtige rĂŒhre in den Staaten nicht von den Einzelnen her, denen man das ja nachsagt, wie z. B. denen in Thrakien und Skythien und so ziemlich denen in den nördlichen Gegenden, oder das Wissbegierige, was man ja am ehesten unseren Gegenden nachsagen könnte, oder das Geldbegierige, was man nicht zum mindesten an den Phöniziern und den Ăgyptern entdecken könnte.â
cite-note-7777. â Aristot. pol. 1324b 10â20.
cite-note-7878. â Aristot. pol. 1285a 15â25.
cite-note-7979. â Wilfried Nippel: Griechen, Barbaren und âWildeâ. Alte Geschichte und Sozialanthropologie, Frankfurt am Main 1990, S. 37.
cite-note-8080. â Nippel 1990, S. 37.
cite-note-8181. â Khaled al-Khamissi: Sind arabische Gesellschaften rassistisch? In: Quantara.de. Archiviert vom Original; abgerufen am 19. Dezember 2025.
cite-note-8282. â Zitiert nach Flaig, Weltgeschichte der Sklaverei, S. 128.
cite-note-8383. â Zitiert nach Flaig, Weltgeschichte der Sklaverei S. 129
cite-note-8484. â Lewis, Race and Color in Islam, S. 36.
cite-note-8585. â Egon Flaig, Weltgeschichte der Sklaverei S. 129
cite-note-8686. â Zitiert nach Hall, A History of Race in Muslim West Africa, S. 50.
cite-note-8787. â Vgl. Lewis, Race and Color in Islam, S. 65; Rotter, die Stellung des Negers in der islamisch-arabischen Gesellschaft bis zum 16. Jahrhundert, S. 54
cite-note-the-voyage-of-christopher-columbus-8888. â The Voyage of Christopher Columbus. siehe The Journal Saturday, 13 October. archive.org
cite-note-8989. â Ăber seine erste Phase in Mittelamerika und SĂŒdamerika schreibt David E. Stannard: âBy the time the sixteenth century had ended perhaps 200,000 Spaniards had moved their lives to the Indies, to Mexico, to Central America, and points further to the south. In contrast, by the time, somewhere between 60,000,000 and 80,000,000 natives from those lands were dead.â
cite-note-9090. â Jared Diamond: Arm und Reich. Die Schicksale menschlicher Gesellschaften, (erweiterte Neuauflage) Frankfurt 2006, S. 233 u. S. 251â256.
cite-note-9191. â Michael Zeuske: Handbuch Geschichte der Sklaverei. Eine Globalgeschichte von den AnfĂ€ngen bis zur Gegenwart. 2., ĂŒberarbeitete und erweiterte Auflage, Walter de Gruyter, Berlin/Boston 2018, ISBN 978-3-11-056163-0, Band 1, S. 68 ff. u. ö. (abgerufen ĂŒber De Gruyter Online),
cite-note-9292. â Howard Zinn: A Peopleâs History of the United States. Harper Perennial, 2005, ISBN 0-06-083865-5, S. 54â55 und 137.
cite-note-9393. â J. W. Duncan: Interesting ante-bellum laws of the Cherokee, now Oklahoma history. In: Chronicles of Oklahoma, 6 (2), S. 178â180, 1928. J. B. Davis:, J. B. 1933. Slavery in the Cherokee nation. In: Chronicles of Oklahoma, 11 (4), 1933, S. 1056â1072.
cite-note-9494. â FAQ on the Black Seminoles, John Horse, and Rebellion. www.johnhorse.com, abgerufen am 24. Juni 2010 (englisch).
cite-note-9595. â William J. Cooper: Liberty and Slavery. Southern Politics to 1860, Univ of South Carolina Press, 2000, S. 8.
cite-note-9696. â So war 1810 noch immer ein Viertel (30.000) der schwarzen Bevölkerung im Norden Sklaven, 1840 gab es hier noch rund 1000 Sklaven; vgl. Howard Zinn: A Peopleâs History of the United States, Harper Perennial, 2005, S. 88, ISBN 0-06-083865-5.
cite-note-9797. â Ira Berlin: Generations of Captivity: A History of African-American Slaves, Cambridge, London: The Belknap Press of Harvard University Press, 2003, ISBN 0-674-01061-2, S. 11, 103.
cite-note-9898. â Junius P. Rodriguez (Hrsg.): Encyclopedia of slave resistance and rebellion. Greenwood Press, Westport 2007, ISBN 978-0-313-33271-5, S. 171.
cite-note-9999. â Norbert Finzsch: Wissenschaftlicher Rassismus in den Vereinigten Staaten â 1850 bis 1930. In: Heidrun Kaupen-Haas und Christian Saller (Hrsg.): Wissenschaftlicher Rassismus: Analysen einer KontinuitĂ€t in den Human- und Naturwissenschaften. Campus, Frankfurt a. M. 1999, ISBN 3-593-36228-7, S. 84 f.
cite-note-whiteservants-100100. â Howard Zinn: A Peopleâs History of the United States. Harper Perennial, 2005, S. 31 u. 37, ISBN 0-06-083865-5.
cite-note-101101. â Cooper, William J, Liberty and Slavery: Southern Politics to 1860, Univ of South Carolina Press, 2000, S. 9, ISBN 978-1-57003-387-2.
cite-note-102102. â Vgl. Maureen Maisha Eggers, Grada Kilomba, Peggy Piesche, Susan Arndt (Hrsg.): Mythen, Masken und Subjekte. Kritische WeiĂseinsforschung in Deutschland. MĂŒnster 2005 Rezension bei H-Soz-u-Kult
cite-note-103103. â Was aufzeigt, dass Rasse keine feste Körpereigenschaft, sondern eine zugeschriebene soziale QualitĂ€t darstellt.
cite-note-02-104104. â Anthony Bogues: Black Heretics, Black Prophets: Radical Political Intellectuals. Routledge, 2003, ISBN 978-0-415-94325-3, S. 164.
cite-note-105105. â Karl Acham: Historismus â Multikuralismus â Kommunitarismus. In: Gunter Scholtz (Hrsg.): Historismus am Ende des 20. Jahrhunderts. Eine internationale Diskussion. Akademie Verlag, Berlin 1997, ISBN 3-05-002848-3, S. 159 (Digitalisat bei Google Books).
cite-note-106106. â Niels Hegewisch, Reinheit in Vielfalt. AnsĂ€tze rassistischer Theoriebildung in der Publizistik des frĂŒhen deutschen Nationalismus, in: Birgit Aschmann, Thomas Stamm-Kuhlmann (Hrsg.), 1813 im europĂ€ischen Kontext, Stuttgart 2015, S. 79â98.
cite-note-107107. â Hans-Ulrich Wehler: Deutsche Gesellschaftsgeschichte 3. Band 1849â1914. Band Von der âDeutschen Doppelrevolution âŠâ bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges. ISBN 978-3-406-32263-1, S. 964.
cite-note-108108. â Industrialisierung bis zum ersten Weltkrieg. In: Das Bundesarchiv. 2010, abgerufen am 17. August 2014.
cite-note-109109. â Fremde, Fremdsein â von der NormalitĂ€t eines scheinbaren Problemzustandes. In: Informationen zur politischen Bildung Heft 271. 13. Januar 2006 (bpb.de [abgerufen am 17. August 2014]).
cite-note-110110. â Boxeraufstand: âPardon wird nicht gegebenâ. In: Tagesspiegel. 7. August 2000, abgerufen am 12. August 2014.
cite-note-111111. â âAufrĂ€umen, aufhĂ€ngen, niederknallenâ. In: Spiegel Online. 8. August 2014, abgerufen am 11. August 2014.
cite-note-112112. â Casper Erichsen, David Olusoga: The Kaiserâs Holocaust: Germanyâs Forgotten Genocid and the Colonial Roots of Nazism. ISBN 978-0-571-23141-6, S. 223 ff.
cite-note-113113. â Johanna Schmeller: DĂŒsteres Kolonial-Erbe in Namibia. Deutsche Welle, 23. MĂ€rz 2012, abgerufen am 29. Juli 2014.
cite-note-114114. â Markus MĂ€hner: Der Herero-Aufstand bricht aus. In: Bayern2. 12. Januar 2011, abgerufen am 10. September 2019.
cite-note-115115. â Birthe Kundrus: Moderne Imperialisten: Das Kaiserreich im Spiegel seiner Kolonien. Böhlau Verlag, Köln 20030, ISBN 3-412-18702-X, S. 219 ff.
cite-note-116116. â Marc von LĂŒpke-Schwarz: âHunnenâ gegen âWildeâ. In: Deutsche Welle. 1. August 2014, abgerufen am 2. August 2014.
cite-note-117117. â Peter Kaupp: Burschenschaft und Antisemitismus. (PDF; 126 kB) S. 2.
cite-note-118118. â Der StĂŒrmer. Deutsches Wochenblatt zum Kampf um die Wahrheit. In: Historisches Lexikon Bayerns
cite-note-119119. â Rassismus: GĂ€nzlich schmerzlos. In: Der Spiegel. Nr. 40, 1979 (online).
cite-note-120120. â Heribert Schröder: Zur KontinuitĂ€t nationalsozialistischer MaĂnahmen gegen Jazz und Swing in der Weimarer Republik und im Dritten Reich. Bad Honnef 1988, S. 176.
cite-note-blutschutz-121121. â Blutschutzgesetz auf Wikisource
cite-note-122122. â Meyers Lexikon, 8. Aufl., Achter Band, Sp. 525, Leipzig 1940: âNĂŒrnberger Gesetze, Bez. fĂŒr zwei auf dem Reichsparteitag 1935 verkĂŒndete bedeutsame Gesetze des nat.-soz. Reiches: Blutschutzgesetz und ReichsbĂŒrgergesetz.â
cite-note-123123. â Barbara Zehnpfennig: Hitlers âMein Kampfâ â Eine Interpretation. 3. Auflage. Wilhelm Fink Verlag, MĂŒnchen 2006, ISBN 3-7705-3533-2.
cite-note-124124. â So etwa beim Entzug der Lehrerlaubnis des Anthropologen Karl Saller im FrĂŒhjahr 1935. Siehe: Frank Thieme: Rassentheorien zwischen Mythos und Tabu. Der Beitrag der Sozialwissenschaft zur Entstehung und Wirkung der Rassenideologie in Deutschland. Lang, Frankfurt am Main 1988, ISBN 3-631-40682-7, S. 144.
cite-note-125125. â Udo Bermbach: Houston Stewart Chamberlain. Wagners Schwiegersohn â Hitlers Vordenker. Verlag J. B. Metzler. Stuttgart, Weimar 2015. ISBN 978-3-476-02565-4.
cite-note-126126. â Wolfgang Benz (Hrsg.): Dimension des Völkermords. Die Zahl der jĂŒdischen Opfer des Nationalsozialismus. DTV, MĂŒnchen 1996, ISBN 3-423-04690-2.
cite-note-127127. â âZigeunerâ-Urteil: BGH-PrĂ€sidentin schĂ€mt sich fĂŒr Richter aus den FĂŒnfzigern. Spiegel Online, 12. MĂ€rz 2015
cite-note-128128. â Artikel 14
cite-note-129129. â Wehrhafte Demokratie oder âGesinnungsterrorâ? (Memento vom 30. Mai 2008 im Internet Archive) auf der Seite der brandenburgischen Landeszentrale fĂŒr politische Bildung
cite-note-131131. â Rassistische Vorurteile. Bundeszentrale fĂŒr politische Bildung
cite-note-132132. â Verfassungsschutzbericht 2005 (Memento vom 26. September 2007 im Internet Archive; PDF) bundesregierung.de
cite-note-133133. â Rassismus-VorwĂŒrfe: UN rĂŒgen Deutschland wegen Sarrazin, Tagesspiegel vom 18. April 2013
cite-note-134134. â Fremden- und Schwulenfeindlichkeit: Anti-Rassismus-Kommission rĂŒgt Deutschland. SĂŒddeutsche, 25. Februar 2014
cite-note-135135. â Fremdenfeindlichkeit an Schulen â âDie Hemmschwelle ist sehr niedrig gewordenâ. Deutschlandfunk, abgerufen am 12. MĂ€rz 2018.
cite-note-136136. â Johannes Zuber: GegenwĂ€rtiger Rassismus in Deutschland. Zwischen Biologie und kultureller IdentitĂ€t. Göttinger UniversitĂ€tsverlag, 2015, ISBN 978-3-86395-193-1, S. 374.
cite-note-137137. â Stefan Eminger (Hrsg.): Niederösterreich im 20. Jahrhundert. Band 1: Politik. Niederösterreichisches Landesarchiv, Böhlau, Wien 2008, ISBN 978-3-205-78197-4, S. 400.
cite-note-138138. â Brigitte Hamann: Hitlers Wien. Lehrjahre eines Diktators. Piper Taschenbuch Verlag, MĂŒnchen 1996, ISBN 3-492-22653-1, S. 418.
cite-note-139139. â Herbert RĂŒtgen: Antisemitismus in allen Lagern. Publizistische Dokumente zur Ersten Republik. DBV Verlag, Graz 1989, S. 87.
cite-note-140140. â Angelika Königseder: Antisemitismus 1933â1938. In: Emmerich TĂĄlos (Hrsg.): Austrofaschismus. PolitikâĂkonomieâKultur 1933â1938. Lit, Wien 2005, ISBN 3-8258-7712-4, S. 54â67.
cite-note-141141. â Wolf-Arno Kropat: Reichskristallnacht. Kommission fĂŒr die Geschichte der Juden in Hessen, Wiesbaden 1997, ISBN 978-3-921434-18-5, S. 29 ff.
cite-note-park2-142142. â Park, Keumjae (2013), Foreigners or multicultural citizens? Press media's construction of immigrants in South Korea, Ethnic and Racial Studies, 37 (9): 1565â1586, doi:10.1080/01419870.2012.758860
cite-note-143143. â Dieter Staas: Migration und Fremdenfeindlichkeit als politisches Problem. LIT Verlag, MĂŒnster 1994. S. 7.
cite-note-144144. â Georg Kreis, Rassismus in der Schweiz (Memento vom 30. Januar 2012 im Internet Archive; PDF; 32 kB) Ansprache im Rahmen der Preisverleihung des Schweizer Geschichtswettbewerbs HISTORIA, Basel, 16. April 2005.
cite-note-145145. â Carmel Fröhlicher-Stines, Kelechi Monika Mennel: Schwarze Menschen in der Schweiz. Ein Leben zwischen Integration und Diskriminierung. Bern 2004.
cite-note-146146. â Nikolai Huke: "Ganz unten in der Hierarchie". Rassismus als Arbeitsmarkthindernis fĂŒr GeflĂŒchtete. Hrsg.: Pro Asyl, IG Metall. 2020 (wordpress.com [PDF]).
cite-note-147147. â Christa Markom: Rassismus aus der Mitte. Die soziale Konstruktion der âAnderenâ in Ăsterreich. transcript, Bielefeld 2014, S. 46, Anm. 7.
cite-note-148148. â Arndt: Rassismus in Gesellschaft und Sprache. In: Susan Arndt (Hrsg.): AfrikaBilder. Studien zu Rassismus in Deutschland. Unrast Verlag, MĂŒnster 2001, ISBN 3-89771-407-8, S. 23.
cite-note-149149. â Maureen Maisha Eggers, Grada Kilomba, Peggy Piesche, Susan Arndt (Hrsg.): Mythen, Masken und Subjekte. Kritische WeiĂseinsforschung in Deutschland. MĂŒnster 2005.
cite-note-150150. â Aurelien Mondon, Aaron Winter: Reactionary democracy : how racism and the populist far right became mainstream. Hrsg.: Verso. London 2020, ISBN 978-1-78873-425-7, S. 200â209.
cite-note-151151. â With ethnic tensions rising worldwide, UN adviser urges action to prevent mass atrocities. Pressemitteilung der UN, 28. Februar 2013; abgerufen am 4. MĂ€rz 2013
cite-note-152152. â Karin Priester: Rassismus â Eine Sozialgeschichte, Reclam, Leipzig, 2003, ISBN 3-379-20076-X, S. 85.
cite-note-153153. â Pierre, Bourdieu: Ăber den Staat. Vorlesungen am College de France 1989â1992. (darin: Vorlesung vom 5.12.1991). Hrsg.: Patrick Champagne, Remi Lenoir, Franck Poupeau und Marie-Christine RiviĂšre. Aus dem Französischen von Horst BrĂŒhmann und Petra Willim. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1992, S. 601â605.
cite-note-154154. â Gerd, Wiegel: Nationalismus und Rassismus. Zum Zusammenhang zweier AusschlieĂungspraktiken. Papyrossa, Köln 1995.
cite-note-155155. â Johann Gottfried Herder: Ideen zur Philosophie der Geschichte der Menschheit. Deutscher Klassiker Verlag, 1989, ISBN 3-618-60760-1, Ideen II 7,1, S. 255 und 256.
cite-note-156156. â ulia Kristeva: Fremde sind wir uns selbst, 1991, S. 11, zitiert nach: Wolfgang MĂŒller-Funk: Das Eigene und das Fremde/Der, die das Fremde â Zur BegriffsklĂ€rung nach Hegel, Levinas, Kristeva, Waldenfels. kakanien.ac.at (PDF; 156 kB).
cite-note-157157. â Julia Kristeva: Fremde sind wir uns selbst, 1991, S. 12, zitiert nach: Wolfgang MĂŒller-Funk: Das Eigene und das Fremde/Der, die das Fremde â Zur BegriffsklĂ€rung nach Hegel, Levinas, Kristeva, Waldenfels, auf kakanien.ac.at (PDF; 156 kB).
cite-note-158158. â Peter Schmitt-Egner: Wertgesetz und Rassismus. Zur begrifflichen Genesis kolonialer und faschistischer BewuĂtseinsformen (Trend-Onlinezeitung, 5/2005), erschienen in: Hans-Georg Backhaus, Hans-Dieter Bahr (Hrsg.): Gesellschaft, BeitrĂ€ge zur Marxschen Theorie 8/9, Suhrkamp, Frankfurt am Main 1978, S. 350â405.
cite-note-159159. â Manuela BojadĆŸijev: Die windige Internationale. Rassismus und KĂ€mpfe der Migration. WestfĂ€lisches Dampfboot, MĂŒnster 2008, ISBN 978-3-89691-667-9, S. 191.
cite-note-160160. â ECRI, Country Monitoring Work; UN CERD, Concluding Observations.
cite-note-161161. â OSZE, OSZE ODIHR Hate Crime Reporting. (Memento des Originals vom 24. Juli 2017 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemÀà Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/hatecrime.osce.org
cite-note-162162. â ECRI, Allgemeine Politikempfehlungen, alle Allgemeinen Politikempfehlungen sind auf Deutsch ĂŒbersetzt.
cite-note-163163. â UN CERD, General Recommendations.
cite-note-unijenaerklaerung-164164. â âJenaer ErklĂ€rung.â Friedrich-Schiller-UniversitĂ€t Jena. Zugegriffen am 23. Juni 2023. https://www.uni-jena.de/190910-jenaererklaerung
cite-note-maxplanckupdate-165165. â âUpdate zur Jenaer ErklĂ€rung.â Max-Planck-Institut fĂŒr Menschheitsgeschichte. Zugegriffen am 23. Juni 2023. https://www.shh.mpg.de/1909574/jenaer-erklaerung-update
cite-note-166166. â Stiftung gegen Rassismus âș Stiftung gegen Rassismus. Abgerufen am 12. MĂ€rz 2018.
cite-note-167167. â Internationale Wochen gegen Rassismus â 12. â 25. MĂ€rz 2018. Abgerufen am 12. MĂ€rz 2018.
cite-note-0-168168. â Maura Judkis: Anti-racism trainers were ready for this moment. Is everyone else? In: Washington Post. 8. Juli 2020, abgerufen am 18. Juli 2021 (englisch).
cite-note-169169. â Erin Cooley, Jazmin L. Brown-Iannuzzi, Ryan F. Lei, William Cipolli: Complex intersections of race and class: Among social liberals, learning about White privilege reduces sympathy, increases blame, and decreases external attributions for White people struggling with poverty. In: Journal of Experimental Psychology: General. Band 148, Nr. 12, Dezember 2019, ISSN 1939-2222, S. 2218â2228, doi:10.1037/xge0000605.
cite-note-170170. â Zaid Jilani: What Happens When You Educate Liberals About White Privilege? In: Greater Good. Abgerufen am 18. Juli 2021 (englisch).
cite-note-171171. â Mo Asumang â Mit Kommunikation gegen rechten Hass. In: Deutschlandfunk. Abgerufen am 21. Mai 2018.
cite-note-172172. â Rassismus. Archiviert vom Original am 27. August 2018; abgerufen am 21. Mai 2018.
cite-note-173173. â Online bei UBUWEB: https://ubu.com/film/steyerl_empty.html abgerufen am 24. August 2025